Bis zu 7.000 € mtl. in der Pflege Zeitarbeit

V Lagerung Pflege – Anleitung, Risiken und Tipps

Im Spätdienst fällt dir auf, dass eine bettlägerige Person flach atmet und schon länger auf dem Rücken liegt. Du überlegst, ob eine Lageveränderung die Atmung unterstützen könnte. Die V-Lagerung ist eine mögliche Maßnahme, aber keine automatische Antwort: Bevor du Kissen positionierst, musst du Atmung, Schmerz, Eigenbewegung und Hautzustand zusammen betrachten.

Das gilt auf Station ebenso wie im ambulanten Dienst oder beim Hausbesuch. Vielleicht wirkt die Belüftung einseitig, vielleicht möchtest du die Lungenspitzen unterstützen. Eine Lagerung kann jedoch Beschwerden verstärken oder Druck auf gefährdete Hautstellen bringen. Bei Menschen mit Atemunterstützung zählen zudem Indikation und individuelle Situation. Informationen zur Beatmung über ein Tracheostoma ersetzen dabei nicht die konkrete pflegerische Einschätzung am Bett.

Die V-Lagerung ist eine gezielte Dehn- und Atemunterstützungslagerung. Sie kann sinnvoll sein, wenn ihr Ziel klar ist und die Person die Position verträgt. Sie ist aber kein Kissenrezept für alle: Die Entscheidung muss zur Atemsituation und zum individuellen Dekubitusrisiko passen.

Inhaltsverzeichnis

Wenn die Atmung auffällt – warum V Lagerung in der Pflege ins Spiel kommt

Eine auffällige Atmung verlangt zuerst Beobachtung, nicht sofort eine bestimmte Lagerung. Prüfe, ob die Person angestrengt wirkt, Schmerzen hat, unruhig ist oder die Position selbst verändern kann. Vergleiche den aktuellen Zustand mit dem, was für diese Person üblich ist, und beachte Hautfarbe sowie subjektives Befinden. Wenn sich die Atmung akut verschlechtert, hat die notwendige klinische Einschätzung Vorrang vor einem Lagerungsversuch.

Die V-Lagerung in der Pflege kommt ins Spiel, wenn eine gezielte Lageveränderung die Atembewegung unterstützen soll. Das kann bei flacher Atmung oder als Versuch, die Belüftung bestimmter Lungenbereiche zu fördern, relevant sein. Entscheidend ist, dass du ein konkretes Pflegeziel benennst. „Wir lagern mal um“ ist kein ausreichender Grund, wenn nicht klar ist, welche Wirkung du erwartest und wie du sie anschließend beurteilst.

Auch der Hautzustand gehört von Anfang an dazu. Eine Person, die lange auf dem Rücken gelegen hat, kann am Kreuzbein bereits gefährdete Haut zeigen. Wird dieser Bereich durch die neue Position zusätzlich belastet, kann der mögliche Atemnutzen mit einem Druckrisiko einhergehen. Die Entscheidung verlangt daher eine gleichzeitige Einschätzung von Atmung und Druckgefährdung, nicht eine Abwägung erst im Nachhinein.

Im Dienstalltag gilt: Eine Lagerung ist nur dann sinnvoll, wenn du Wirkung und Verträglichkeit beobachten kannst. Bei Unsicherheit, deutlicher Atemnot oder relevanten Hautveränderungen brauchst du eine alternative Position oder weitere fachliche Einschätzung.

Die V-Lagerung ist deshalb keine Standardantwort auf flache Atmung. Sie ist eine Option, deren Nutzen sich an der konkreten Person zeigen muss.

Wirkprinzip und Anatomie der V Lagerung Pflege verständlich erklärt

Die V-Lagerung ist eine Dehn- und Atemunterstützungslagerung. Ihr möglicher Effekt entsteht durch die Positionierung des Oberkörpers und die dadurch unterstützte Thoraxstellung, nicht dadurch, dass die Kissen einfach möglichst viel Körpergewicht aufnehmen. Für eine sichere Anwendung musst du dir zuerst die Anordnung vorstellen können.

Zwei locker gefüllte Kissen werden schiffchenförmig unter dem Rücken platziert. Sie verlaufen vom Sakralbereich V-förmig in Richtung Schultern. Die Wirbelsäule und möglichst auch die Schulterblätter bleiben frei, während der Kopf separat und stabil abgestützt wird. Die Kissen sollen tragen, aber nicht prall sein: Zu harte oder ungünstig positionierte Kissen können punktuellen Druck erzeugen.

Eine Frau in V-Lagerung zur Druckentlastung mit anatomischen Darstellungen des Hüftgelenks, der Nervenbahnen und des Lagerungsprinzips.

Die genaue Lage der Kissenüberlappung richtet sich nach dem Ziel. Liegt sie unter den Schultern, zielt die Positionierung auf die Belüftung der Lungenspitzen. Eine weiter kaudal, in Richtung Gesäß platzierte Überlappung soll eher die seitlichen Lungenbereiche unterstützen. Das ist keine Garantie für eine bestimmte klinische Wirkung. Beobachte, ob die Person tatsächlich freier atmet und die Haltung toleriert.

Das mentale Bild hilft bei der Anpassung: Das V entsteht durch die beiden Kissen, während Wirbelsäule und Kopf nicht unkontrolliert belastet werden. Wenn die Person Schmerzen angibt, die Schultern ungünstig aufliegen oder der Kopf seitlich wegkippt, passt die Position nicht. Die Kissenanordnung muss dann verändert oder die Maßnahme beendet werden.

Schritt für Schritt – V Lagerung sicher durchführen und beobachten

Beginne mit einer kurzen Einschätzung. Prüfe Identität, Indikation, Schmerz, Atemsituation und Bewegungsfähigkeit. Schau dir die Haut an den voraussichtlich belasteten Stellen an und kläre, ob die Person die Lage mit eigener Bewegung unterstützen kann. Erkläre die Maßnahme verständlich und kündige an, dass du die Position währenddessen kontrollierst.

Bereite zwei locker gefüllte Kissen vor. Plane außerdem eine stabile, separate Kopfabstützung und eine Knieunterstützung ein. Die Kissen sollten sich schiffchenförmig unter dem Rücken anordnen lassen, ohne die Wirbelsäule direkt zu belasten. Führe die Lageveränderung langsam und abgestimmt mit der Person durch. Bei der Erstanwendung lässt du sie nicht allein.

Eine Infografik, die die fünf Schritte der V-Lagerung in der Pflege übersichtlich erklärt und grafisch darstellt.

Sobald die Position steht, kontrollierst du Atmung, Hautfarbe und Komfort. Frage nach Schmerzen, Engegefühl oder Unruhe, statt dich allein auf den äußeren Eindruck zu verlassen. Prüfe, ob der Kopf stabil liegt, die Knie unterstützt sind und kein Kissen direkt unangenehmen Druck auf das Kreuzbein ausübt.

Als grobe Orientierung werden kurze Einheiten von etwa 10 bis 20 Minuten genannt; in manchen Fachinformationen finden sich auch 15 bis 30 Minuten. Diese Angaben sind keine feste Vorgabe und keine Erfolgskennzahl. Richte Dauer und Wiederholung nach Pflegeziel, Verträglichkeit und Hautrisiko aus. Bei zunehmender Atemnot, Schmerz, Blässe, Unruhe oder stärkerer Rötung passt du die Position sofort an oder beendest sie.

Vor dem Abschluss prüfst du:

  • Kissenfüllung: Sind die Kissen locker statt prall?
  • Druckverteilung: Liegt kein unnötiger Druck direkt auf dem Kreuzbein?
  • Stabilität: Sind Kopf und Knie ausreichend unterstützt?
  • Nachkontrolle: Hast du Atmung, Haut und Befinden erneut geprüft?

Die praktische Ausführung kannst du dir ergänzend im Video ansehen:

Wenn Druckentlastung das vorrangige Ziel ist, gehört die Auswahl der Lagerung in einen individuellen Plan. Informationen zur Lagerung bei Dekubitus helfen dabei, mögliche Maßnahmen im Gesamtkonzept einzuordnen.

Risiken und Kontraindikationen – wann die V Lagerung nicht passt

Der wichtigste Zielkonflikt liegt zwischen Atemunterstützung und Druckbelastung. Die V-Lagerung kann den Druck im Sakralbereich erhöhen. Bei hohem Dekubitusrisiko solltest du sie daher nicht pauschal anwenden. Wenn die individuelle Risikoeinschätzung gegen diese Position spricht, hat die Druckentlastung Vorrang vor einem erhofften Atemeffekt.

Erfasse vor der Entscheidung den Hautzustand, vorhandene Rötungen oder Wunden, Schmerzen, Atemnot, Bewusstseinslage und Eigenbewegung. Beziehe auch Scherkräfte, Kontrakturen und die verwendete Matratze ein. Eine Person kann trotz geeigneter Kissen ungünstig liegen, wenn die Unterlage oder die eigene Beweglichkeit eine stabile, druckarme Position nicht zulässt.

Eine Pflegekraft untersucht die gerötete Gesäßpartie einer auf einer speziellen Anti-Dekubitus-Matratze liegenden Person zur Druckstellenprävention.

Besonders vorsichtig musst du mit der Dauer umgehen. Eine deutsche Informationsbroschüre weist darauf hin, dass bei hohem Druck bereits nach 10 bis 20 Minuten Druckschäden auftreten können (Fachinformation zu Lagerung und Hilfsmitteleinsatz). Deshalb ist eine kurze geplante Anwendung nicht automatisch unbedenklich. Hautkontrolle und klinische Beobachtung bleiben erforderlich.

Beende oder verändere die Maßnahme bei zunehmender Atemnot, akuten Schmerzen, Unruhe, Blässe oder stärker werdender Rötung. Eine instabile Atmung, fehlende Toleranz oder ein hohes Dekubitusrisiko sprechen gegen das unveränderte Fortsetzen der Position. Prüfe dann eine alternative Lagerung, geeignete druckverteilende Hilfsmittel oder Mobilisation. Die Auswahl der passenden Prophylaxe hängt immer von der konkreten Situation ab; ein Überblick zu pflegerischen Prophylaxen kann die Planung ergänzen.

Die V-Lagerung ist keine pauschale Dekubitusprophylaxe. Ihr möglicher Atemnutzen hebt die Pflicht zur individuellen Risikoabwägung nicht auf.

V Lagerung im Vergleich mit 30 Grad, 135 Grad und Freilagerung

Die richtige Lagerung hängt davon ab, welches Ziel im Vordergrund steht. Geht es vor allem um Atemunterstützung, kann die V-Lagerung passend sein, sofern die Person sie toleriert und kein relevantes Druckrisiko dagegen spricht. Steht die Entlastung gefährdeter Hautstellen im Mittelpunkt, kann eine andere Position geeigneter sein.

Lagerungsform Hauptziel Typische Risiken Sinnvolle Indikation
V-Lagerung Atemunterstützung und gezielte Dehnung des Oberkörpers Zusätzlicher Druck im Sakralbereich, ungünstige Kissenlage Wenn ein konkretes Atemziel besteht und die Position verträglich ist
30-Grad-Seitenlagerung Druckverteilung und Entlastung gefährdeter Bereiche Scherkräfte oder Druck bei falscher Ausrichtung Wenn eine seitliche Position zur individuellen Druckentlastung passt
135-Grad-Lagerung Seitenpositionierung mit veränderter Auflagefläche Fehlpositionierung und Druck an belasteten Stellen Wenn sie zur individuellen Beweglichkeit und zum Hautrisiko passt
Freilagerung Bestimmte Körperstellen gezielt druckfrei halten Instabilität oder Druckverlagerung auf andere Stellen Wenn einzelne gefährdete Bereiche entlastet werden sollen
Mobilisation Eigenbewegung und Positionswechsel fördern Erschöpfung oder Überforderung, abhängig vom Zustand Wenn die Person aktiv mitwirken kann und Bewegung vertretbar ist

Die Tabelle ersetzt keine individuelle Einschätzung. Auch eine vertraute Seitenlagerung kann durch Kissenlage, Matratze oder Scherkräfte ungeeignet werden. Für die V-Lagerung spricht vor allem ein gezieltes Atemziel, etwa wenn die Belüftung der Lungenspitzen unterstützt werden soll. Sie ist nicht automatisch besser als eine druckentlastende Position.

Wenn das Dekubitusrisiko hoch ist, priorisierst du geeignete Druckentlastung und prüfst Alternativen, statt die V-Lagerung allein wegen eines möglichen Atemvorteils beizubehalten. Bei ausreichender Eigenbewegung kann Mobilisation sinnvoller sein als eine zusätzliche statische Lagerung. Mehr zur Abgrenzung verschiedener Seitenpositionen bietet die Erläuterung zur 90-Grad-Lagerung.

Entscheidungshilfe: Wähle nicht die bekannteste Technik, sondern die Position, die zum Pflegeziel passt und deren Wirkung du kontrollieren kannst.

Dokumentation und Einbettung in den Pflegeprozess

Die V-Lagerung gehört in einen individuellen Bewegungs- und Druckentlastungsplan. Der DNQP-Expertenstandard Dekubitusprophylaxe stellt die Förderung der Eigenbewegung und die Entlastung gefährdeter Körperstellen in den Mittelpunkt. Er verlangt keine starre Lagerungsroutine, sondern eine Planung, die sich am Risiko orientiert und deren Wirkung überprüft wird. Der Auszug aus dem DNQP-Expertenstandard beschreibt außerdem, dass passende Weichlagerungs- und Wechseldrucksysteme verfügbar sein müssen.

Vor der Maßnahme hältst du die Risikoeinschätzung und das Pflegeziel fest. Prüfe die Haut vor und nach der Lagerung. Wenn ein Hilfsmittel erforderlich ist, muss es zum individuellen Risiko passen. Lagerungsintervalle legst du planmäßig fest und passt sie an Hautbefund, Unterlage, Eigenbewegung und Verträglichkeit an.

Im Pflegebericht sollten Position, Dauer, Kissenanordnung, Hautbefund, Atemreaktion und Befinden nachvollziehbar sein. Notiere außerdem, ob du die Position angepasst oder beendet hast und welche Folgeintervention geplant ist. Eine Dokumentation wie „V-Lagerung durchgeführt“ reicht nicht, wenn sich daraus weder Wirkung noch Sicherheit beurteilen lassen.

Das pauschale Zwei-Stunden-Schema ist kein Erfolgsindikator. Es kann als Ausgangspunkt dienen, ersetzt aber nicht die individuelle Einschätzung. Wenn die Haut auffällig wird oder die Person die Position schlecht toleriert, muss das Team den Plan überprüfen. Eine gut strukturierte Pflegedokumentation macht sichtbar, welche Entscheidung getroffen und wie sie evaluiert wurde.

Praxiswissen bündeln und Verantwortung übernehmen

Im Alltag hilft eine einfache Reihenfolge: Risiko einschätzen, Ziel festlegen, Position wählen, Wirkung beobachten, dokumentieren und anpassen. Die V-Lagerung kann Atemunterstützung leisten, ersetzt aber weder Bewegung noch Mobilisation oder eine individuell geplante Dekubitusprophylaxe. Wenn die Haut gefährdet ist, darf ein möglicher Atemnutzen nicht dazu führen, dass du Druckrisiken übergehst.

Für Einrichtungen zählt, dass Teams dieselben Beobachtungskriterien nutzen und geeignete Hilfsmittel verfügbar sind. Für Pflegefachkräfte ist ebenso wichtig, unter Bedingungen arbeiten zu können, die sorgfältige Einschätzung und verlässliche Versorgung ermöglichen. P1medical bietet dafür unterschiedliche Arbeitsmodelle, darunter das Classic-Modell mit 35-Stunden-Woche und übertariflicher Vergütung, das 17/13-Modell sowie eine vertraglich fixierte Netto-Garantie. Über den P1-Pflegecampus stehen mehr als 100 E-Learning-Fortbildungen mit Zertifikat zur Verfügung.

Wenn du deine pflegerische Verantwortung mit planbaren Einsätzen und passenden Entwicklungsmöglichkeiten verbinden möchtest, vereinbare ein unverbindliches Informationsgespräch. Du kannst deine Fragen zu Einsatzmodellen, Dienstplanung und Fortbildung direkt klären und anschließend entscheiden, ob eine Bewerbung zu deiner Situation passt.


Personal 1 Personalservice GmbH bietet Pflegefachkräften sichere Festanstellungen, individuell planbare Arbeitsmodelle und Fortbildungen, die dich auch bei pflegerischen Themen wie Lagerung und Prophylaxe unterstützen. Vereinbare ein unverbindliches Informationsgespräch oder informiere dich über eine Bewerbung bei Personal 1 Personalservice GmbH.