7 Fallbeispiele Pflege mündliche Prüfung

Du sitzt vor der mündlichen Pflegeprüfung und weißt, dass reines Auswendiglernen nicht reicht. Du musst eine komplexe Situation erfassen, Risiken priorisieren, Maßnahmen fachlich begründen und dabei ruhig, verständlich und patientenorientiert sprechen. Genau an diesem Punkt helfen Fallbeispiele Pflege mündliche Prüfung: Sie machen aus einzelnen Fachbegriffen einen nachvollziehbaren Handlungsablauf.

Die folgenden sieben Szenarien verbinden Assessment, Pflegeplanung, Priorisierung, Kommunikation, Evaluation und Argumentation. Jedes Beispiel enthält typische Fragen, mögliche Antwortlinien und eine Präsentationsstrategie. Ein einheitliches Prüfungsgerüst hilft dir, auch bei unbekannten Fällen sicher zu bleiben. p1medical unterstützt Pflegefachkräfte mit praxisnahen Informationen, Fortbildungen und beruflichen Perspektiven, in denen fachliche Entwicklung und individuelle Planung zusammengehören.

Die generalistische Pflegeausbildung wurde durch das Pflegeberufegesetz neu geordnet und am 1. Januar 2020 verbindlich eingeführt. Seitdem werden die zuvor getrennten Abschlüsse in Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege in einem Berufsprofil zusammengeführt. Für die mündliche Prüfung bedeutet das, dass Fallbeispiele mehrere Kompetenzbereiche verbinden können, darunter Pflegeplanung, Kommunikation, rechtliche Grundlagen und interprofessionelles Handeln. Die prüfungsdidaktischen Grundlagen zu komplexen Pflegesituationen zeigen, warum strukturiertes Denken wichtiger ist als das bloße Aufsagen von Definitionen.

Inhaltsverzeichnis

1. Fallbeispiel Dekubitusprophylaxe bei immobilen Patienten

Ein Patient nach Schlaganfall liegt überwiegend im Bett. Eine Hemiplegie schränkt seine Bewegung ein, die Haut wirkt trocken, und er kann seine Lage nicht selbstständig verändern. In der Prüfung sollst du zeigen, wie du das Risiko einschätzt und daraus einen individuellen Präventionsplan ableitest.

Beginne mit der Informationssammlung. Frage nach Mobilität, Sensibilität, Ernährung, Flüssigkeitsaufnahme, Inkontinenz, Schmerzen und bisherigen Hautveränderungen. Anschließend ordnest du das Risiko mit einem geeigneten Instrument wie der Braden-Skala oder der Norton-Skala ein. Entscheidend ist, dass du das Ergebnis nicht isoliert nennst, sondern mit deiner Planung verknüpfst.

Prüfungsformulierung: „Ich beurteile das individuelle Dekubitusrisiko und kombiniere das Assessment mit einer täglichen Hautinspektion, der Förderung vorhandener Ressourcen und einer abgestimmten Druckentlastung.“

Typische Fragen und Antwortlinie

Die Prüfenden können nach Repositionierung, Hilfsmitteln oder Hautpflege fragen. Eine gute Antwort beschreibt keinen starren Zeitplan, sondern eine individuelle, dokumentierte Entscheidung. Du erklärst, dass die Lagerungsintervalle vom Risiko, der Hautbeobachtung, dem Komfort und der ärztlich-pflegerischen Gesamtplanung abhängen.

  • Risiko einschätzen: Du erhebst systematisch Beweglichkeit, Feuchtigkeit, Ernährung und Druckbelastung.
  • Druck entlasten: Du planst geeignete Lagerungen und setzt Hilfsmittel wie eine Luftkern- oder Wechseldruckmatratze passend zur Situation ein.
  • Haut schützen: Du beobachtest gefährdete Stellen, hältst die Haut sauber und trocken und vermeidest unnötige Reibung.
  • Würde erhalten: Du erklärst jede Maßnahme, beziehst den Patienten ein und achtest auf Ruhe, Wärme und Privatsphäre.

Verknüpfe deine Dokumentation mit dem PDCA-Zyklus. Du planst die Maßnahme, setzt sie um, prüfst Haut und Verträglichkeit und passt den Plan bei Veränderungen an. Eine vertiefende Übersicht zu weiteren vorbeugenden Maßnahmen findest du bei Prophylaxen in der Pflege.

2. Fallbeispiel Schmerzmanagement und palliative Betreuung

Ein Mensch mit fortgeschrittener Tumorerkrankung berichtet über anhaltende Schmerzen, wirkt erschöpft und zieht sich aus Gesprächen zurück. In der Prüfung zählt deshalb nicht nur die Auswahl eines Schmerzmittels. Du zeigst, dass Schmerz körperliches, psychisches, soziales und möglicherweise spirituelles Erleben umfasst und sich im Verlauf verändern kann.

Beginne mit einer kurzen Situationsanalyse: Was belastet die Person gerade, welches Ziel hat sie, und welche Unterstützung ist möglich? Für die Schmerzanamnese eignet sich OPQRST. Du fragst nach Beginn, Auslösern, Qualität, Ausstrahlung, Intensität und Verlauf. Bei kommunikationsfähigen Patienten kann eine numerische Ratingskala unterstützen. Bei Demenz oder eingeschränkter Kommunikation verbindest du Beobachtung, Angehörigenwissen und die BESD-Skala.

Vom Schmerzsignal zur passenden Antwort

Lehnt der Patient eine Bedarfsmedikation ab, erkundest du zunächst den Grund. Ängste, frühere Erfahrungen, Nebenwirkungen oder ein anderes Verständnis von Schmerztherapie können dahinterstehen. Du informierst verständlich, lässt die Entscheidung bei der Person und dokumentierst die Reaktion. Bei neuen Symptomen oder unzureichender Wirkung beziehst du das ärztliche und multiprofessionelle Team ein.

Deine Argumentation kann sich an vier Fragen orientieren:

  • Was beobachte ich? Intensität, Lokalisation, Qualität, Auslöser und Begleitsymptome.
  • Was ist angeordnet? Du prüfst Wirkung, Nebenwirkungen und die erneute Schmerzeinschätzung.
  • Was unterstützt zusätzlich? Ruhe, Wärme oder Kälte, eine passende Lagerung, Atembegleitung und eine reizreduzierte Umgebung.
  • Was ist der Person wichtig? Du sprichst über Ziele, Ängste, Angehörige und persönliche Bedürfnisse.

Bei Arthrose kann die Schmerzbeschreibung anders ausfallen als bei Tumorschmerzen. Ein nicht verbal kommunizierender Patient braucht besonders genaue Beobachtung und die Einbeziehung vertrauter Personen. Eine passende Fortbildung zur Palliativpflege kann deine fachliche Argumentation vertiefen. Hinweise zur Schmerztherapie mit Cannabinoiden ordnest du in der Prüfung stets ärztlich und rechtlich ein, statt sie allgemein auf jede Situation zu übertragen.

3. Fallbeispiel Wundmanagement und Wundheilungsstörungen

Bei einem Patienten mit diabetischem Fußsyndrom sollst du eine Wunde beurteilen und die weitere Versorgung planen. Der wichtigste Prüfungsfehler wäre, direkt eine Wundauflage zu nennen, ohne zunächst Ursache, Zustand und Heilungsverlauf zu klären.

Beginne mit der Anamnese. Frage nach Diabetes, Durchblutung, Druckbelastung, Schmerzen, Ernährung, Rauchverhalten und bisherigen Therapien. Danach beschreibst du die Wunde nachvollziehbar: Lokalisation, Größe, Tiefe, Wundgrund, Exsudat, Geruch, Wundrand und Infektionszeichen. Bei einem Dekubitus beziehst du außerdem die geltende Klassifikation ein, statt den Schweregrad nur umgangssprachlich zu benennen.

Von der Beobachtung zur Entscheidung

Die Prüfenden können fragen, woran du Fibrin, Slough oder Nekrose unterscheidest. Antworte nicht mit einer isolierten Aufzählung. Erkläre, dass die Wundbeurteilung die Grundlage für die weitere Versorgung bildet und bei Auffälligkeiten eine ärztliche beziehungsweise spezialisierte Wundbeurteilung erforderlich sein kann.

Eine professionelle Antwort beginnt nicht mit „Ich nehme einen Schaumverband“, sondern mit „Ich beurteile zuerst Wundursache, Heilungsphase, Exsudat und Infektionszeichen“.

Bei einem venösen Ulcus cruris liegt der Schwerpunkt anders als bei einem diabetischen Fuß. Du musst deshalb die zugrunde liegende Erkrankung, Druckentlastung, Durchblutung und ärztliche Therapie berücksichtigen. Mögliche Materialien wie Hydrogel, Alginate, Schaumverbände oder Silikonauflagen ordnest du nach Wundbedingungen und Verordnung ein, nicht nach persönlicher Vorliebe.

Dokumentiere die Entwicklung fortlaufend und nachvollziehbar. Fotos dürfen nur entsprechend den Vorgaben der Einrichtung und unter Wahrung des Datenschutzes eingesetzt werden. Besonders überzeugend wirkt deine Präsentation, wenn du auch Patientenedukation erwähnst, etwa zur Druckentlastung, Fußkontrolle, Ernährung und dem Erkennen einer Verschlechterung. Praktische Unterstützung bietet moderne Wundversorgung für die Pflege.

Eine professionelle Pflegekraft bereitet in einem Krankenhauszimmer auf einem sterilen Tablett Verbandsmaterial für die Wundversorgung vor.

4. Fallbeispiel Pflege von Patienten mit Demenz und Verhaltensauffälligkeiten

Nachts läuft eine Bewohnerin mit Alzheimer-Demenz wiederholt über den Flur. Sie wirkt angespannt und reagiert bei der Unterstützung aggressiv. Im Prüfungsgespräch ordnest du dieses Verhalten nicht vorschnell als „Störung“ ein. Du untersuchst, welche Bedürfnisse oder Belastungen die Bewohnerin damit ausdrücken könnte.

Beginne mit einer kurzen Situationsanalyse: Welche biografischen Gewohnheiten, Tagesstrukturen und Schlafmuster sind bekannt? Gibt es Schmerzen, Harndrang, Hunger, Medikamentenwirkungen oder frühere Auslöser? Auch Lärm, viele Personen, ungewohnte Abläufe und eine zu schnelle Ansprache können Überforderung auslösen. Ein MMST oder MoCA darfst du im passenden Zusammenhang erwähnen. Die Ergebnisse ersetzen jedoch keine Beobachtung der konkreten Situation.

Das Verhalten bildet den roten Faden deiner Antwort. Bei aggressivem Verhalten schaffst du zuerst Sicherheit, hältst angemessenen Abstand und sprichst ruhig mit kurzen Sätzen. Du stellst dich vor, gibst Zeit für eine Reaktion und vermeidest Diskussionen. Danach prüfst du mögliche Ursachen wie Schmerz, Schlafmangel, Angst, Ausscheidungsbedürfnis oder Reizüberflutung.

Für deine Argumentation kannst du die Situation wie eine Kette darstellen: Beobachtung, Deeskalation, Validierung und individuelle Unterstützung. Dokumentiere Zeitpunkt, Umgebung, Auslöser, Verhalten und die Wirkung deiner Maßnahmen. Reduziere störende Reize, biete Orientierung und nimm Gefühle ernst, ohne die Person zu korrigieren oder bloßzustellen. Vertraute Musik, Tätigkeiten oder Gegenstände aus der Biografie können Sicherheit geben.

Bei visuellen Halluzinationen im Rahmen einer Lewy-Body-Demenz kann eine konfrontative Korrektur Angst verstärken. Beschreibe, wie du Ruhe und Sicherheit vermittelst und die Wahrnehmung der Person respektierst. Freiheitsentziehende Maßnahmen kommen nicht als einfache Lösung infrage. Du nennst zuerst möglichst wenig eingreifende Alternativen sowie die erforderliche rechtliche und fachliche Prüfung. Weitere Strategien bei Verhaltensauffälligkeiten in der Demenz unterstützen deine Vorbereitung.

Eine freundliche Pflegekraft hält die Hand einer älteren Dame, um sie liebevoll bei ihrer Demenz zu begleiten.

5. Fallbeispiel Patientensicherheit, Infektionsprävention und Hygiene

Ein Patient mit MRSA-Besiedelung benötigt Unterstützung bei der Körperpflege und eine Wundversorgung. Die Prüfenden erwarten von dir eine lückenlose Hygienekette, von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung. Entscheidend ist nicht nur, dass du PSA erwähnst, sondern dass du deine Schritte begründest.

Du klärst zuerst die einrichtungsspezifischen Vorgaben und bereitest alle benötigten Materialien vor. Danach erläuterst du Händehygiene, Schutzkleidung, sichere Arbeitsabläufe, Abfallentsorgung und Flächendesinfektion. Die genaue Form der Isolierung hängt vom Erreger, Übertragungsweg und Hygienestandard der Einrichtung ab. Unterscheide deshalb sauber zwischen Standardmaßnahmen sowie Kontakt-, Tröpfchen- und luftübertragungsbezogenen Schutzmaßnahmen.

Sicherheit systematisch präsentieren

Eine geeignete Prüfungsfrage lautet: „Was tun Sie, wenn während der Versorgung ein Handschuh reißt?“ Deine Antwort sollte ruhig und chronologisch sein. Du unterbrichst die Handlung, sicherst die Situation, entfernst die kontaminierte Schutzausrüstung fachgerecht, führst die erforderliche Händehygiene durch und setzt die Versorgung mit neuem Material fort. Danach dokumentierst du den relevanten Vorgang und meldest ihn nach den internen Regeln.

Bei einem sturzgefährdeten Patienten ergänzt du das Hygienethema um Patientensicherheit. Du erhebst das individuelle Sturzrisiko, prüfst Umgebung, Schuhe, Hilfsmittel, Beleuchtung und Erreichbarkeit der Klingel. Ein Incident-Reporting-System dient nicht der Schuldzuweisung, sondern der strukturierten Analyse von Risikoketten.

Strategischer Merksatz: „Ich sichere zuerst den Menschen, dann den Ablauf und anschließend die Information.“

In Einrichtungen müssen Pflegekräfte außerdem regelmäßig üben, wie sie PSA an- und ablegen und wie sie aseptisch arbeiten. In der Prüfung verbalisierst du die Reihenfolge, statt nur zu sagen, dass du „auf Hygiene achtest“. So wird sichtbar, dass du Patientenschutz, Eigenschutz und Dokumentation zusammen denkst.

6. Fallbeispiel Anleitung und Schulung von Patienten und Angehörigen

Ein Patient mit Diabetes soll lernen, seinen Blutzucker zu messen und Insulin selbstständig zu injizieren. Seine Tochter möchte helfen, wirkt aber unsicher. Dieses Fallbeispiel prüft deine Fähigkeit, Wissen nicht einfach zu übertragen, sondern Lernen individuell zu ermöglichen.

Beginne mit dem Lernbedarf. Frage, was der Patient bereits weiß, welche Erfahrungen er hat und welche Schritte ihm schwerfallen. Berücksichtige Sehfähigkeit, Feinmotorik, Sprache, Konzentration, Ängste und die Bereitschaft zur Selbstständigkeit. Angehörige beziehst du nur im Einverständnis des Patienten ein.

Anleitung mit klaren Lernzielen

Die Bloom'sche Lernzieltaxonomie kann dir helfen, die Schulung zu ordnen. Formuliere ein Wissensziel, ein praktisches Ziel und ein Ziel für die Haltung. Der Patient soll beispielsweise erklären können, warum die Messung wichtig ist, die Handlung unter Anleitung durchführen und Vertrauen in die eigene Fähigkeit entwickeln.

Ein überzeugender Ablauf besteht aus Erklären, Vormachen, gemeinsamem Durchführen und Rückdemonstration. Verwende einfache Sprache und kleine Schritte. Lass den Patienten möglichst viel selbst tun, denn eine erfolgreiche Demonstration durch die Pflegefachkraft beweist noch nicht, dass der Patient die Handlung beherrscht.

Typische Fragen der Prüfenden können lauten: „Wie reagieren Sie, wenn der Patient einen Fehler macht?“ oder „Wie überprüfen Sie den Lernerfolg?“ Eine gute Antwort bleibt wertschätzend. Du lässt den Patienten den Ablauf erneut zeigen, fragst nach Unsicherheiten und korrigierst konkret, ohne zu beschämen.

Bei einer Stomaversorgung, einem Verbandswechsel oder der Mobilisation nach einer Operation gilt dasselbe Prinzip. Dokumentiere Inhalt, Beteiligte, Verständnis, praktische Durchführung und weiteren Unterstützungsbedarf. Achte außerdem darauf, ob die Anleitung im häuslichen Umfeld realistisch umsetzbar ist. Die Prüfung bewertet damit nicht nur deine Kommunikation, sondern auch deine Fähigkeit, Selbstpflege und Sicherheit miteinander zu verbinden.

7. Fallbeispiel Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Schluckstörungen

Beim Trinken hustet ein Patient nach einem Schlaganfall, spricht undeutlich und behält Nahrung im Mund. Er nimmt zugleich wenig Flüssigkeit auf. In der mündlichen Prüfung ordnest du diese Hinweise als möglichen Verdacht auf Dysphagie ein und leitest sichere nächste Schritte ein, statt vorschnell nur die Kostform zu verändern.

Deine erste Einschätzung umfasst Haltung, Wachheit, Stimme, Husten, Speichelkontrolle, Mundraum und Essverhalten. Eine Schluckstörung kann unterschiedliche Phasen des Schluckvorgangs betreffen. Bei auffälligen Zeichen sicherst du die Situation, unterbrichst die orale Aufnahme nach den geltenden Vorgaben und veranlasst die fachliche Abklärung, etwa durch Logopädie oder eine instrumentelle Untersuchung wie FEES.

Für die Prüfung hilft ein kurzer Argumentationsfaden: Beobachtung, Risiko, Maßnahme, Evaluation. Bei Bilanzierung, Mangelernährung oder Sondenernährung erklärst du, wie Trinkmenge, Ausscheidung, Gewichtsentwicklung, Essmengen und klinische Zeichen zusammen bewertet werden. Trockene Schleimhäute, veränderte Ausscheidung, Schwäche und zunehmende Verwirrtheit können auf Dehydration hinweisen. Eine einzelne Beobachtung reicht dafür nicht aus.

  • Sicher positionieren: Eine aufrechte, stabile Sitzposition und ausreichend Zeit unterstützen die sichere Aufnahme.
  • Kost anpassen: Die Konsistenz orientiert sich an der fachlichen Einschätzung und am individuellen Schluckvermögen.
  • Ressourcen nutzen: Lieblingsspeisen, Selbstständigkeit, Hilfsmittel und Angehörige beziehst du passend ein.
  • Verlauf prüfen: Husten, Stimme, Ermüdung, Essmenge und Flüssigkeitsaufnahme werden erneut beurteilt.

Bei einer nasogastralen Sonde nennst du Lagekontrolle, Hygiene, Verträglichkeit und mögliche Komplikationen. Invasives Vorgehen bleibt an ärztliche Anordnung, Einrichtungsvorgaben und deine Kompetenz gebunden. Eine Übersicht zur Ernährung über eine Nasensonde kann die Vorbereitung ergänzen.

Eine Pflegekraft serviert eine Mahlzeit aus pürierten Speisen auf einem Teller an eine ältere Person im Krankenhausbett.

7 Fallbeispiele Pflege: Vergleich für die mündliche Prüfung

Fallbeispiel 🔄 Implementierungskomplexität ⚡ Ressourcen & Effizienz 📊 Erwartete Ergebnisse (⭐) Ideale Einsatzfälle ⭐ Schlüsselvorteile 💡 Kurzer Tipp
Dekubitusprophylaxe bei immobilen Patienten Mittel–hoch: strukturiertes Assessment, Lagerungspläne Mittlerer Ressourcenaufwand: Personalzeit + Hilfsmittel (Matratzen) Hohe Präventionserfolge ⭐⭐⭐⭐ Stationäre Langzeitpflege, Bettenpflichtige Patienten Verhindert Ulzerationen; standardisierbar Braden-Skala beherrschen; Repositionspläne (z. B. 2‑stündig)
Schmerzmanagement und palliative Betreuung Hoch: multidimensionales Assessment und Teamkoordination Variabel: medikamente, palliative Teams, Zeitintensiv Verbesserung von Schmerzregulation & Lebensqualität ⭐⭐⭐⭐ Palliative Versorgung, Krebspatienten, chronische Schmerzen Ganzheitlich, patientenzentriert, empathisch WHO‑Stufenschema & OPQRST/BESD sicher kennen
Wundmanagement und Wundheilungsstörungen Hoch: differenzierte Wundbeurteilung und Therapieplanung Moderat–hoch: Verbandsmaterialien, ggf. Wundspezialisten Bessere Heilraten, weniger Komplikationen ⭐⭐⭐⭐ Kliniken, Wundambulanzen, Pflegeheime Evidenzbasierte Lokaltherapie; prüfungsrelevant Wundbeurteilung (Größe, Exsudat, Infektionszeichen) trainieren
Pflege von Patienten mit Demenz und Verhaltensauffälligkeiten Hoch: individualisierte Analysen und Deeskalation Niedrig materiell, hoch personell: Zeit & Qualifikation Verbesserte Lebensqualität und weniger akute Zwischenfälle ⭐⭐⭐⭐ Pflegeheime, geriatrische Stationen, ambulante Betreuung Personenzentriert, kommunikationsorientiert MMST/MOCA, Validationstechniken und Deeskalationsstrategien lernen
Patientensicherheit, Infektionsprävention und Hygiene Mittel: klare Protokolle, regelmäßige Updates nötig Hoch: PSA, Desinfektion, Dokumentation Reduktion nosokomialer Infektionen, hohe Sicherheitswirkung ⭐⭐⭐⭐⭐ Alle Versorgungsbereiche, Infektions‑/Risikofälle Rechtlich relevant; schützt Patienten & Personal PSA‑An/ablegefolge und Isolationsarten auswendig lernen
Anleitung und Schulung von Patienten & Angehörigen Mittel: didaktische Struktur und Feedbackprozesse Zeitintensiv, geringer Materialaufwand Bessere Selbstmanagement‑Kompetenz, langfristige Compliance ⭐⭐⭐⭐ Entlassmanagement, chronische Erkrankungen, Selbstversorgung Nachhaltig, fördert Selbstwirksamkeit Bloom‑Taxonomie nutzen; praxisnahe Demonstrationen geben
Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Schluckstörungen Hoch: klinische Tests, Sondentechnik und Monitoring Moderat–hoch: Sonden, Diätberatung, Monitoring Stabilisierung des Ernährungszustands, weniger Aspirationsrisiko ⭐⭐⭐⭐ Schlaganfall, geriatrische Patienten, postoperative Versorgung Lebenswichtig; reduziert Folgekomplikationen Schluckphasen kennen; FEES/klinische Tests und Bilanzierung beherrschen

Dein Prüfungsauftritt mit System

Die sieben Fälle unterscheiden sich fachlich, aber die Denkstruktur bleibt stabil. Erfasse zuerst die Situation, identifiziere Risiken und Ressourcen und ordne deine Prioritäten. Formuliere anschließend realistische Ziele, leite begründete Maßnahmen ab, plane die Kommunikation und beschreibe, woran du den Erfolg erkennst.

Ein kurzer Merksatz kann dir helfen:

Erfassen, priorisieren, planen, begründen, kommunizieren, evaluieren.

Sprich nicht sofort los, wenn du die Fallsituation erhältst. Nimm dir einen Moment, ordne die Informationen und beginne mit einer klaren Einleitung: „Ich erfasse zunächst die aktuelle Situation, die Risiken und die Ressourcen der zu pflegenden Person.“ Damit machst du deinen inneren Plan hörbar und gibst deiner Antwort eine erkennbare Richtung.

Nutze für zentrale Argumente feste Formulierungsbausteine. Zum Beispiel: „Ich wähle diese Maßnahme, weil sie das identifizierte Risiko reduziert und die Selbstständigkeit der Person berücksichtigt.“ Oder: „Die Wirkung überprüfe ich anhand der Beobachtung, der Rückmeldung des Patienten und der Dokumentation.“ Solche Blockzitate ersetzen kein Fachwissen, helfen dir aber, unter Anspannung präzise zu bleiben.

Wenn eine Frage unklar ist, darfst du gezielt nachfragen. Eine professionelle Rückfrage lautet: „Bezieht sich Ihre Frage auf die akute Priorität oder auf die langfristige Pflegeplanung?“ Auch ein unbekannter Detailaspekt muss dich nicht aus dem Konzept bringen. Benenne, was du sicher weißt, ordne die Grenze deiner Zuständigkeit ein und verweise auf ärztliche Anordnung, hausinterne Standards oder die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Fachbereich.

Die mündliche Pflegeprüfung als kompetenzorientierte Prüfungssituation bewertet nicht allein Wissenswiedergabe. Gefragt sind strukturierte Analyse, Priorisierung und begründetes Handeln. Ein Standardwerk zur mündlichen Abschlussprüfung bündelt dafür 22 Fallbeispiele aus mehreren Themenbereichen und verdeutlicht, wie wichtig Transfer zwischen verschiedenen Versorgungssituationen ist. Die systematisierte Fallsammlung zur mündlichen Abschlussprüfung kann deshalb als Ergänzung zu deinem eigenen Lernplan dienen.

Rechtlich wird der mündliche Prüfungsteil anhand einer Fallsituation aus einem anderen Versorgungskontext als die praktische Prüfung und mit einer anderen Altersstufe gestaltet. § 15 PflAPrV ist deshalb für deine Vorbereitung relevant. Auch altersgruppenspezifische Situationen, insbesondere die Pflege von Kindern und Jugendlichen, können nach § 27 PflAPrV eine Rolle spielen. Bereite dich daher nicht nur auf deinen aktuellen Praxiseinsatz vor, sondern übe den Transfer zwischen Akutpflege, Langzeitpflege, ambulanter Versorgung und unterschiedlichen Altersgruppen.


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