Auf der Frühschicht treffen heute ganz unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinander. Eine Kollegin mit Migrationsgeschichte übernimmt die Medikamentenrunde, ein Kollege im Rollstuhl organisiert die Materialversorgung, eine Auszubildende Anfang 20 führt ihr erstes Aufnahmegespräch und eine erfahrene Pflegefachfrau kurz vor der Rente behält die komplexe Übergabe im Blick. Alle vier bringen fachliche Stärken mit. Gleichzeitig entstehen Reibungen, wenn Informationen zu schnell oder in Fachsprache weitergegeben werden, religiöse Bedürfnisse bei der Essensverteilung unberücksichtigt bleiben oder der Dienstplan familiäre und gesundheitliche Situationen ignoriert.
Genau hier beginnt Diversity Inclusion im Arbeitsalltag. Es geht nicht um ein Schlagwort aus der Personalabteilung, sondern um sichere Kommunikation, faire Entwicklungsmöglichkeiten und verlässliche Zusammenarbeit am Patientenbett. p1medical unterstützt Pflege- und Pädagogikteams dabei, solche Anforderungen in klare Arbeitsbedingungen und passende Personalmodelle zu übersetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Diversity Inclusion dich heute in der Pflege betrifft
- Die drei Bausteine von Diversity Inclusion
- Rechtlicher Rahmen und Zahlen für Deutschland
- Praktische Maßnahmen für Recruiting und Arbeitsmodelle
- Beispiele aus Pflege Pädagogik und Klinik
- Checkliste für den Arbeitsalltag
- Kennzahlen und Monitoring
- So geht dein nächster Schritt mit P1
Warum Diversity Inclusion dich heute in der Pflege betrifft
Die Frühschicht läuft zunächst routiniert. Bei der Übergabe spricht die erfahrene Pflegefachfrau schnell über eine Veränderung beim Insulinbedarf. Die Kollegin, die erst seit einiger Zeit in Deutschland arbeitet, fragt nach. Niemand meint es böse, doch der Zeitdruck macht die Nachfrage unangenehm. Später verteilt das Team das Mittagessen. Eine muslimische Patientin möchte ihre Mahlzeit zu einer bestimmten Zeit einnehmen, während ein Kollege annimmt, dass die Ausgabe nach dem üblichen Ablauf erfolgen muss.
Am Dienstplan zeigt sich eine weitere Spannung. Die Auszubildende möchte ihre Arbeitszeiten mit dem Unterricht und ihrem sozialen Umfeld vereinbaren. Die ältere Kollegin braucht nach mehreren belastenden Spätdiensten eine andere Folge. Der Kollege im Rollstuhl kann bestimmte Wege mit seinem Arbeitsplatz nicht sinnvoll bewältigen, obwohl seine pflegerische Kompetenz unbestritten ist. Vielfalt ist also längst da. Die Frage lautet, ob die Abläufe alle Mitarbeitenden beteiligen.
Inklusion zeigt sich in kleinen Entscheidungen
Eine inklusive Übergabe lässt Rückfragen zu, verwendet klare Begriffe und prüft, ob wichtige Informationen angekommen sind. Bei religiösen Bedürfnissen helfen vorherige Absprachen mit Patientinnen, Patienten, Küche und Pflege. Ein Dienstplan, der unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigt, entsteht nicht zufällig. Er braucht transparente Regeln, frühzeitige Kommunikation und eine Leitung, die Wünsche nicht als Sonderproblem abtut.
Auch die Arbeitsplatzgestaltung gehört dazu. Für praktische Anregungen zu barrierearmen Arbeitsplätzen findest du bei Anker 3 zur ergonomischen Gestaltung für Mitarbeitende mit Einschränkungen konkrete Hinweise. In einer Station kann das bedeuten, Wege neu zu organisieren, Arbeitsflächen anzupassen oder Hilfsmittel dort bereitzustellen, wo sie wirklich gebraucht werden.
Wertschätzung bleibt dabei der zwischenmenschliche Kern. Wie sich Wertschätzung am Arbeitsplatz im Teamalltag ausdrücken lässt, zeigt sich nicht in großen Reden, sondern in verlässlichen Absprachen, respektvoller Ansprache und ernst genommenem Feedback.
Praxisregel: Wenn eine Person regelmäßig erklären muss, warum sie eine Anpassung braucht, fehlt oft nicht die Motivation, sondern eine inklusive Struktur.
Diversity Inclusion betrifft dich deshalb direkt, weil jede unklare Übergabe, jede übersehene Barriere und jede unausgesprochene Erwartung die Zusammenarbeit erschwert. Gute Pflege braucht unterschiedliche Perspektiven. Sie braucht aber ebenso Bedingungen, unter denen diese Perspektiven gehört und genutzt werden.
Die drei Bausteine von Diversity Inclusion
Diversity Inclusion lässt sich mit einem einfachen Merkdreieck verstehen: Diversität sehen, Inklusion ermöglichen, Zugehörigkeit spüren. Die drei Begriffe hängen zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe.

Diversität sehen
Diversität beschreibt die Unterschiede, die Menschen in ein Team mitbringen. Manche sind sichtbar, etwa Alter, Geschlecht oder eine Behinderung. Andere bleiben zunächst unsichtbar, zum Beispiel sexuelle Orientierung, Religion, familiäre Verantwortung, sozioökonomische Erfahrungen oder die eigene Migrationsgeschichte.
Auf einer Pflegestation zeigt sich Diversität, wenn Mitarbeitende verschiedene Sprachen, Berufswege und Vorstellungen von guter Zusammenarbeit mitbringen. In einer Kita gehören dazu Kinder mit und ohne Behinderung, unterschiedliche Familienformen und pädagogische Fachkräfte mit verschiedenen kulturellen Erfahrungen. Diversität ist die Zusammensetzung des Teams, nicht automatisch eine inklusive Kultur.
Inklusion ermöglichen
Inklusion beschreibt die Strukturen, die Beteiligung tatsächlich möglich machen. Ein barrierefreier Zugang, ein höhenverstellbarer Arbeitsplatz oder eine verständliche Sicherheitsunterweisung sind praktische Beispiele. Ebenso wichtig sind kultursensible Übergaben, faire Auswahlverfahren und Dienstpläne, die unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen.
In der Pflege kann ein Team vor einer Schicht klären, wer bei einer sprachlich anspruchsvollen Aufnahme unterstützt. In der Kita kann es Bildkarten, Gebärden oder feste Kommunikationswege für Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen einsetzen. Inklusion bedeutet nicht, dass alle dasselbe bekommen. Sie bedeutet, dass alle sinnvoll teilnehmen können.
Zugehörigkeit spüren
Zugehörigkeit entsteht, wenn Mitarbeitende und Kinder erleben, dass sie als ganze Person anerkannt werden. Eine neue Pflegefachkraft gehört nicht erst dann dazu, wenn sie jede informelle Regel kennt. Eine pädagogische Fachkraft muss ihre Herkunft oder ihr Lebensmodell nicht verstecken, um professionell zu wirken.
Das Gefühl wächst durch faire Rückmeldungen, echte Beteiligung und respektvolle Konfliktklärung. Fehlt es, ziehen sich Menschen zurück, fragen seltener nach oder verlassen das Team. Die drei Ebenen bleiben deshalb zusammen: Vielfalt sehen, Vielfalt ermöglichen, Vielfalt spüren.
Rechtlicher Rahmen und Zahlen für Deutschland
In der Pflege oder Pädagogik kann eine Beschwerde wegen Benachteiligung schnell den Arbeitsalltag berühren. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, AGG, bildet dafür den rechtlichen Rahmen. § 1 nennt sechs geschützte Diskriminierungsgründe: ethnische Herkunft beziehungsweise „Rasse“, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Identität. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes erläutert den Zweck und Geltungsbereich des AGG und beschreibt, wie der Schutz vor Benachteiligungen funktioniert.
Diese Aufzählung ist abschließend. Die Berliner AGG-Leitlinie zu Beschwerden ordnet deshalb Merkmale wie Hautfarbe, Nachname oder Migrationshintergrund der ethnischen Herkunft zu, wenn sie daran anknüpfen. Für Leitungskräfte heißt das: Beschwerden sollten dokumentiert, ernst genommen und anhand des konkreten Sachverhalts geprüft werden.
Was die Daten für Einrichtungen bedeuten
Das Vielfaltsbarometer 2025 der Robert Bosch Stiftung weist für Deutschland einen Akzeptanzwert von 63 Punkten auf einer Skala von 0 bis 100 aus. 2019 lag der Gesamtindex bei 68 Punkten. Zugleich sank der Anteil der Befragten, die zunehmende Vielfalt als eher oder sehr starke Bereicherung wahrnahmen, von 63 Prozent im Jahr 2019 auf 45 Prozent im Jahr 2025.
Die Studie umfasst rund 4.800 deutschsprachige Personen ab 16 Jahren und betrachtet sieben Diversitätsdimensionen. Für Pflege- und Pädagogik-Teams folgt daraus ein klarer Prüfauftrag: Akzeptanz darf nicht vorausgesetzt werden. Kommunikation, Dienstübergaben und Beschwerdewege müssen so gestaltet sein, dass unterschiedliche Beschäftigte und Familien tatsächlich erreicht werden. Das zentrale Ergebnisse-Briefing des Diversity Barometers 2025 bietet dafür ergänzende Orientierung.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Akzeptanz von Vielfalt in Deutschland 2025 | 63 von 100 Punkten | Vielfaltsbarometer 2025 |
| Akzeptanz von Vielfalt 2019 | 68 von 100 Punkten | zentrales Ergebnisse-Briefing des Diversity Barometers 2025 |
| Wahrnehmung zunehmender Vielfalt als Bereicherung 2025 | 45 Prozent | Vielfaltsbarometer 2025 |
| Inklusionsbarometer Arbeit 2025 | 107,6 Punkte | Inklusionsbarometer Arbeit |
Das Inklusionsbarometer Arbeit 2025 liegt bei 107,6 Punkten, nach 108,3 Punkten im Vorjahr und 109,8 Punkten im Rekordjahr 2023. Der Wert liegt weiterhin über 100, zeigt aber ein abkühlendes Inklusionsklima. Für die Praxis lohnt sich deshalb ein Blick auf Inklusion am Arbeitsmarkt, besonders bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.
Praktische Maßnahmen für Recruiting und Arbeitsmodelle
Ein inklusives Recruiting zeigt sich schon in der Stellenausschreibung. Sie beschreibt Aufgaben, Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten verständlich und verwendet gendersensible Formulierungen. Prüfen Sie jede Anforderung mit Blick auf den Dienstalltag: Ist ein bestimmtes Lebensalter, uneingeschränkte körperliche Belastbarkeit oder ein geradliniger Lebenslauf für diese Aufgabe tatsächlich erforderlich?

Auswahl fairer organisieren
Bei einer anonymisierten Vorauswahl bleiben Angaben ausgeblendet, die für die fachliche Eignung keine Rolle spielen. Dazu gehören etwa Name, Foto, Geburtsdatum oder Hinweise auf die familiäre Situation. So konzentriert sich der erste Blick stärker auf Erfahrung und Qualifikation. Ein persönliches Gespräch bleibt trotzdem unverzichtbar.
Ein Auswahlteam mit verschiedenen beruflichen und persönlichen Perspektiven erkennt mehr relevante Aspekte. Pflegedienstleitung, Praxisanleitung und Mitarbeitendenvertretung beurteilen Bewerbungen oft aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Vorher festgelegte Kriterien geben dabei die Richtung vor und machen Entscheidungen vergleichbarer.
Frage für jede Auswahlrunde: Sind Qualifikation, Motivation und die Fähigkeit zur zuverlässigen Aufgabenerfüllung klar belegt? Diese Punkte bilden die Grundlage der Entscheidung, unabhängig von vermuteter Ähnlichkeit mit dem bestehenden Team.
Arbeitsmodelle an Lebenslagen anpassen
Pflege- und pädagogische Dienste lassen sich nur begrenzt verschieben. Teams können Wünsche dennoch systematisch erfassen und nachvollziehbar abwägen. Dazu zählen religiöse Feiertage, Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen, gesundheitliche Einschränkungen und planbare Schichtfolgen.
Ein Dienstplan funktioniert dabei wie ein gemeinsamer Fahrplan: Er muss die Versorgung sichern und zugleich unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen. Personaldienstleister können passende Modelle anbieten. Das Classic-Modell von P1 sieht eine 35-Stunden-Woche mit übertariflichem Gehalt vor. Das 17/13-Modell richtet sich an Pflegekräfte, die ihre Arbeitszeit anders mit ihrem Privatleben verbinden möchten. Einsatzort, Dienstfolge, Einarbeitung und Ansprechpersonen sollten vorab eindeutig geklärt werden.
Integration beginnt am ersten Tag
Zum Onboarding gehören Fortbildungen zu interkultureller Kompetenz, unbewussten Vorurteilen und einfacher Sprache. Eine neue Pflegefachkraft aus dem Ausland braucht fachliche Einarbeitung sowie Orientierung bei Dokumentation, Teamkommunikation und unausgesprochenen Abläufen. Eine Patin oder ein Pate beantwortet Fragen frühzeitig und verhindert, dass Unsicherheit lange bestehen bleibt.
Mentoring, feste Ansprechpersonen und kultursensible Dienstpläne entfalten Wirkung, wenn sie im Alltag verbindlich verankert sind. Auch die Arbeitgebermarke in der Pflege sollte diese Haltung sichtbar machen. Wer Vielfalt gewinnen und halten möchte, zeigt sie in Sprache, Bildern, Führung und Arbeitsbedingungen.
Beispiele aus Pflege Pädagogik und Klinik
Gelebte Inklusion erkennt man an konkreten Absprachen. Vier Situationen zeigen, wie wenig es dafür braucht, wenn ein Team aufmerksam plant und Verantwortung übernimmt.
Klinik und Fastenbrechen
Eine muslimische Patientin möchte während des Ramadan fasten. Die Pflegefachkraft bespricht mit ihr, wann sie essen und trinken möchte, und stimmt die Medikamentengabe mit dem ärztlichen Dienst ab. Das Team dokumentiert die Vereinbarung, damit die Information auch bei Schichtwechseln erhalten bleibt. So wird Religiosität weder zum Hindernis noch zur privaten Angelegenheit, die jede Schicht neu erklären muss.
Pflegeheim und Abschied
In einem Pflegeheim äußern Bewohnerinnen und Bewohner den Wunsch nach einem ruhigen Raum für Gebet und Rückzug. Die Einrichtungsleitung schafft dafür eine nutzbare Möglichkeit und bezieht Angehörige verschiedener kultureller Hintergründe in die Sterbebegleitung ein. Das Team klärt vorher, wer informiert werden soll, welche Rituale wichtig sind und welche medizinischen Grenzen gelten. Respekt zeigt sich hier durch Zuhören und verlässliche Zuständigkeiten.
Kita und gemeinsames Lernen
In einer Kita lernen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam. Eine pädagogische Fachkraft nutzt Gebärden unterstützend, ergänzt gesprochene Anweisungen durch visuelle Signale und plant Aktivitäten so, dass verschiedene Formen der Beteiligung möglich sind. Das Kind muss sich nicht erst an eine einzige Kommunikationsform anpassen. Die Gruppe profitiert, weil alle Kinder lernen, aufeinander zu achten.
Jugendhilfe und unterschiedliche Familien
In der Jugendhilfe arbeiten Sozialpädagogik, Psychologie, Schule und Pflege mit einer Familie zusammen, deren Alltag von mehreren kulturellen und sozialen Erfahrungen geprägt ist. Das multiprofessionelle Team formuliert Erziehungsziele gemeinsam mit den Sorgeberechtigten, klärt Begriffe in verständlicher Sprache und hält Vereinbarungen schriftlich fest. Eine strukturierte Mentoring-Begleitung kann neue Mitarbeitende dabei unterstützen, die eigene Perspektive zu prüfen und Konflikte früh anzusprechen.
Inklusion entsteht nicht durch eine Erklärung an der Wand. Sie entsteht, wenn Menschen bei einer konkreten Entscheidung mitgedacht und beteiligt werden.
Checkliste für den Arbeitsalltag
Nutze die folgende Liste in der nächsten Teamsitzung. Markiere nicht nur, was vorhanden ist, sondern auch, wer die Umsetzung übernimmt.

Barrierefreiheit am Arbeitsplatz
- Zugang prüfen: Sind Eingänge, Wege und wichtige Räume stufenlos erreichbar?
- Arbeitsflächen anpassen: Gibt es höhenverstellbare Tische und sinnvoll angeordnete Materialien?
- Sinne berücksichtigen: Sind Anpassungen für Seh- und Hörbeeinträchtigungen geregelt?
Sprache und Kommunikation
- Aushänge vereinfachen: Sind Sicherheits- und Arbeitsanweisungen verständlich formuliert?
- Mehrsprachig informieren: Werden zentrale Sicherheitsunterweisungen bei Bedarf in weiteren Sprachen angeboten?
- Übersetzung sichern: Kennen Mitarbeitende geschulte Übersetzungshilfen und ihre Grenzen?
Dienstplanung
- Teilzeit einplanen: Werden Teilzeitwünsche frühzeitig und nachvollziehbar berücksichtigt?
- Feiertage besprechen: Können religiöse Feiertage rechtzeitig abgestimmt werden?
- Schichtfolgen prüfen: Sind Dienste für Mitarbeitende mit familiären oder gesundheitlichen Verpflichtungen planbar?
Onboarding
- Willkommen vorbereiten: Enthält die Willkommensmappe wichtige Ansprechpersonen und Abläufe?
- Patenschaft festlegen: Hat die neue Person eine feste Begleitung für die erste Zeit?
- Gespräche terminieren: Finden regelmäßige Reflexionsgespräche zur Einarbeitung statt?
Ein passendes Onboarding für neue Mitarbeitende macht Erwartungen früh sichtbar. Teamleitungen sollten sich regelmäßig fragen: Wer wird von unseren Abläufen ausgeschlossen? Welche Anpassung wurde zuletzt umgesetzt? Können Mitarbeitende Kritik sicher äußern?
Kennzahlen und Monitoring
Diversity Inclusion wird im Pflege- und Pädagogikteam sichtbar, wenn Leitungskräfte regelmäßig prüfen, ob vereinbarte Maßnahmen im Alltag ankommen. Dafür genügt zu Beginn ein quartalsweises Review mit wenigen, klar definierten Kennzahlen. Die Zahlen sind dabei Wegweiser, kein Urteil über einzelne Mitarbeitende.
Als fachlicher Vergleichswert kann die Zusammensetzung des eigenen Teams dienen. Die Auswertung zur Bedeutung von Vielfalt in der Pflege ordnet die Vielfalt in der Pflege ein und zeigt, warum Herkunft und internationale Berufsbiografien in der Personalplanung berücksichtigt werden sollten. Für die eigene Einrichtung zählt anschließend, welche Daten freiwillig, datenschutzkonform und sinnvoll erhoben werden können.
Vier praktikable Beobachtungspunkte
- Teamzusammensetzung: Erfasse freiwillige Angaben nur in zusammengefasster Form. Sie unterstützen die Planung, dürfen aber nicht zur Bewertung einzelner Personen dienen.
- Inklusionsindex: Nutze Fragen zu Zugehörigkeit, Fairness und Beteiligung. Externe Barometer, darunter das bereits genannte Diversity Barometer und das Inklusionsbarometer, können Orientierung geben. Ihre Werte lassen sich nicht ungeprüft auf eine Station, Schule oder Kita übertragen.
- Arbeitsplatzanpassungen: Halte fest, welche vereinbarten Anpassungen umgesetzt sind und wo Zuständigkeiten oder Fristen fehlen.
- Befragungsergebnisse: Werte Zufriedenheit und Zugehörigkeit nach freiwillig genannten Vielfaltsmerkmalen aus, sofern niemand durch kleine Gruppen erkennbar wird.
| Kennzahl | Quelle | Intervall |
|---|---|---|
| Teamzusammensetzung nach freiwilligen Angaben | Personalverwaltung und Mitarbeitendenbefragung | Quartalsweise |
| Wahrnehmung von Zugehörigkeit | Anonyme Kurzbefragung | Quartalsweise |
| Umgesetzte Arbeitsplatzanpassungen | Arbeitsplatzbegehung und Maßnahmenliste | Halbjährlich |
| Inklusionsklima | Interne Befragung, externe Barometer als Orientierung | Jährlich |
Achte auch auf sinkende Teilnahme, wiederkehrende Beschwerden oder häufige Wechsel im selben Team. Jede Auswertung sollte mit einer konkreten Maßnahme, einer verantwortlichen Person und einem Termin enden. So wird aus einem Bericht ein verlässlicher Fahrplan nach AGG und für den Pflegealltag.
So geht dein nächster Schritt mit P1
Diversity Inclusion beginnt nicht mit einem großen Leitbild. Beginne mit einer Frage aus deinem Alltag: Wo verliert dein Team gerade Zeit, Vertrauen oder Fachwissen, weil Arbeitsbedingungen nicht für alle passen? Eine ehrliche Antwort ist wertvoller als eine allgemeine Erklärung, die niemand in der Schicht umsetzt.
Für Kliniken, Pflegeheime, Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen bieten sich drei Wege an:
- Persönliches Gespräch: Besprich mit der P1-Personalberatung, welche Qualifikationen, Schichtanforderungen und Lebensmodelle in deiner Einrichtung zusammengebracht werden sollen.
- Workshop für Leitungskräfte: Bearbeite unbewusste Vorurteile anhand realer Auswahl-, Übergabe- und Führungssituationen.
- Audit für den Arbeitsplatz: Prüfe Zugänge, Dienstplanung, Kommunikation, Einarbeitung und Beteiligung mit einer gemeinsamen Maßnahmenliste.

Für ein erstes Gespräch solltest du aktuelle Dienstpläne, offene Stellen, Qualifikationsprofile, Einarbeitungsunterlagen und bekannte Barrieren bereithalten. Auch Hinweise aus Mitarbeitenden- oder Austrittsgesprächen helfen, weil sie zeigen, wo die offizielle Regel und der tatsächliche Alltag auseinanderliegen.
P1 kann Einrichtungen mit passenden Pflege- und pädagogischen Fachkräften unterstützen und zugleich Arbeitsmodelle wie Classic und 17/13 auf unterschiedliche Lebenssituationen ausrichten. Für Bewerbende kann ein persönliches Gespräch klären, welche Einsatzform, Planungssicherheit und Entwicklungsperspektive zur eigenen Situation passt.
Schreib heute eine kurze Mail an die Personalberatung und vereinbare einen ersten Termin. Nimm morgen eine konkrete Checklistenfrage mit in die Teamsitzung. So wird Diversity Inclusion aus einem abstrakten Begriff eine sichtbare Entscheidung im Dienstplan, in der Übergabe und am Arbeitsplatz.
Personal 1 Personalservice GmbH vermittelt Pflege- und pädagogische Fachkräfte in sichere, transparente und individuell planbare Einsätze und unterstützt Einrichtungen bei passender Personalbesetzung und flexiblen Arbeitsmodellen. Besuche Personal 1 Personalservice GmbH, vereinbare ein unverbindliches Informationsgespräch und kläre, wie Diversity Inclusion in deinem Team konkret beginnen kann.


