61 % der Beschäftigten in der Krankenpflege arbeiten zumindest gelegentlich nachts. Das zeigt die Auswertung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf Basis der Arbeitszeitbefragung 2019. Als Pflegefachkraft im Nachtdienst bist du damit nicht in einer Randrolle, sondern mitten in der Versorgung, die rund um die Uhr laufen muss.
Der Bruttolohn erklärt diese Entscheidung nur zur Hälfte. Entscheidend ist, wie viel Netto-Ruhezeit nach der Schicht übrig bleibt, wie der Heimweg aussieht und ob du wirklich schlafen kannst. Eine Teilzeitstelle nimmt dir diese Last nicht automatisch ab, wenn die wenigen Dienste fast nur aus Nächten und Wochenenden bestehen.
p1medical begleitet dich dabei als seriöser Personaldienstleister, der ausschließlich im medizinischen Bereich arbeitet. Im ersten Gespräch klären wir Arbeitsort, Stunden und Fachbereich, bevor ein konkreter Einsatz auf dem Tisch liegt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum der Nachtdienst zum Pflegealltag gehört
- Aufgaben der Pflegefachkraft im Nachtdienst
- Gesetz, Zuschläge und Vertrag im Nachtdienst prüfen
- Schichtmodelle und Dienstplanlogik für die Nacht
- Gesundheit, Schlaf und Sicherheit im Nachtdienst
- Voraussetzungen und erste Wochen
- Karrierewege nach dem Nachtdienst
- Nachtdienst passend wählen und den nächsten Schritt gehen
Warum der Nachtdienst zum Pflegealltag gehört
In der Krankenpflege arbeiten 61 % zumindest gelegentlich nachts, in der Altenpflege 37 %. Die Arbeitszeitbefragung 2019 der BAuA zeigt damit, wie fest Nachtarbeit zum Pflegealltag gehört. Auch frühe und späte Dienste sowie Wochenendarbeit sind verbreitet. Pflegekräfte leisten zudem vergleichsweise oft Rufbereitschaft und haben wenig Einfluss auf ihre Arbeitszeit.
| Bereich | Anteil Beschäftigter | Vertragliche Wochenstunden |
|---|---|---|
| Krankenpflege, zumindest gelegentlich nachts | 61 % | 32 Stunden |
| Altenpflege, zumindest gelegentlich nachts | 37 % | 33 Stunden |
| Krankenpflege, regelmäßig vor 7 oder nach 19 Uhr | 59 % | 32 Stunden |
| Altenpflege, regelmäßig vor 7 oder nach 19 Uhr | 57 % | 33 Stunden |
| Krankenpflege, regelmäßig am Wochenende | 85 % | 32 Stunden |
| Altenpflege, regelmäßig am Wochenende | 87 % | 33 Stunden |
| Gesundheits- und Sozialwesen, nachts 23 bis 6 Uhr (Mikrozensus 2023) | 16 % | keine Angabe in der Erhebung |
Im gesamten Gesundheits- und Sozialwesen arbeiteten laut Mikrozensus 2023 16 % der Beschäftigten zumindest gelegentlich nachts zwischen 23 und 6 Uhr. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte diese Zahl 2025. Die Angabe bezieht sich auf das gesamte Gesundheits- und Sozialwesen; die Zahlen zur Kranken- und Altenpflege stammen aus einer anderen Erhebung und sind damit nicht direkt vergleichbar.
Die vertraglichen Wochenstunden sagen allein wenig darüber aus, wie belastend ein Dienstplan ist. Auch bei Teilzeit können sich wenige Dienste auf Nächte und Wochenenden konzentrieren. Entscheidend sind deshalb die Abstände zwischen den Diensten, freie Tage, der Heimweg und die Möglichkeit, nach der Schicht ungestört zu schlafen. Ein höherer Bruttolohn gleicht fehlende Erholung nicht automatisch aus.
Aufgaben der Pflegefachkraft im Nachtdienst
Eine Nacht hat eine eigene Dramaturgie. Sie ist kein verlängerter Tagdienst mit gedimmtem Licht.
Von der Übergabe bis Mitternacht
Zwischen 22 und 24 Uhr holst du dir den Stand aus dem Spätdienst. Zustand, Medikation, offene Maßnahmen und wer heute neu gekommen ist. Danach bereitest du die Nachtmedikation nach ärztlicher Anordnung vor und dokumentierst, was schon gelaufen ist. Eine lückenhafte Übergabe ist hier der teuerste Fehler, weil eine falsche Dosis oft erst gegen Morgen auffällt.
Sag zum Beispiel laut, welche Tropfen um 23 Uhr wirklich fällig sind, und hake die Liste ab, bevor du das Zimmer betrittst. Was nicht übergeben wurde, gilt für dich als ungeklärt, nicht als erledigt.
Mitte der Nacht
Jetzt dominieren Rundgänge, Vitalkontrollen, Lagerung und Ausscheidungsmanagement. Verschlechtert sich jemand, informierst du Rufbereitschaft oder Ärztin und schreibst den Verlauf sofort, nicht erst zum Dienstende. In einer Wohngruppe oder einem Pflegeheim bist du oft allein mit dieser Entscheidung. Auf einer Intensivstation teilst du sie mit einer höheren Besetzung, dafür sind die Lagen instabiler.
Mehr Köpfe im Haus bedeuten nicht automatisch eine ruhige Nacht. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft berichtet für 2024 von rund 409.000 Vollzeitäquivalenten im Pflegedienst der Krankenhäuser und erwartet in den kommenden zehn Jahren rund 300.000 altersbedingte Abgänge. Laut DKG-Fachkräftemonitoring arbeiteten 2023 etwa 53 % des Pflegedienstes in Teilzeit oder geringfügig. Aufnahmen, Notfälle und Dokumentationszeit entscheiden mit, wie voll deine Nacht wird.
Gegen Morgen
Du schließt die Dokumentation und bereitest den Frühdienst vor. Betten, die noch liegen müssen, Befunde, die fehlen, und wer als Erstes gesehen werden sollte. Eine saubere Übergabe ist hier genauso viel wert wie die vom Abend.
Ordne deine eigene Nacht mit diesen Punkten ein:
- Besetzung: Bist du allein, zu zweit oder in einem größeren Team mit klarer Aufgabenverteilung?
- Eskalation: Weißt du, wen du nachts erreichst, und steht der Weg schriftlich?
- Dokumentation: Wie viele Minuten frisst die Akte, bevor du wieder ins Zimmer kannst?
- Aufnahmen und Notfälle: Kommen nachts noch Menschen, oder ist die Belegung weitgehend ruhig?
- Qualifikationsmix: Welche Tätigkeiten darfst nur du, und was kann eine Hilfskraft übernehmen?
Was eine Pflegefachkraft fachlich trägt, steht ausführlicher unter Aufgaben einer Pflegefachkraft. In der Nacht wird daraus vor allem Priorisieren unter wenig Personal.
Gesetz, Zuschläge und Vertrag im Nachtdienst prüfen
Beim Nachtdienst zählt nicht allein das Brutto. Prüfe, wann die Nachtarbeit rechtlich beginnt, wie Zuschläge berechnet werden und welche Ruhezeit zwischen den Diensten bleibt. Heimweg und Schlafmöglichkeit beeinflussen ebenfalls, wie viel von einem Zuschlag tatsächlich bei dir ankommt.
Was als Nacht gilt
Nach § 2 des Arbeitszeitgesetzes ist Nachtzeit der Zeitraum von 23 bis 6 Uhr. Nachtarbeit liegt vor, wenn du mehr als zwei Stunden innerhalb dieses Zeitraums arbeitest. Ein Dienst von 22 bis 6 Uhr umfasst sieben Stunden gesetzliche Nachtzeit und gilt damit als Nachtarbeit. Die Regeln zu Ausgleich und Schutzrechten stehen im Arbeitszeitgesetz.
| Thema | Regel | Praxisbedeutung |
|---|---|---|
| Nachtzeit (§ 2 ArbZG) | 23 bis 6 Uhr | Ein Dienst von 22 bis 6 Uhr umfasst sieben Stunden Nachtzeit |
| Nachtarbeit (§ 2 ArbZG) | Mehr als zwei Stunden in der Nachtzeit | Arbeitsmedizinische Betreuung ist zu berücksichtigen |
| Höchstarbeitszeit (§ 6 ArbZG) | Acht Stunden werktäglich, verlängerbar auf zehn | Ausgleich innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen |
| Arbeitsmedizinische Untersuchung (§ 6 ArbZG) | Vor Beginn und danach höchstens alle drei Jahre | Prüfen, ob die Untersuchung im Dienstverhältnis dokumentiert ist |
| Ruhezeit (§ 5 ArbZG) | Elf Stunden ununterbrochen | In Pflegeeinrichtungen kann sie um bis zu eine Stunde verkürzt werden, mit Ausgleich innerhalb eines Monats |
| Nachtzuschlag (§ 6 ArbZG) | Ohne Tarif: Zuschlag oder bezahlte freie Tage | Tarifliche oder vertragliche Ausgleichsregelung prüfen |
| Zuschlagshöhe und Zeitfenster | Nicht gesetzlich fest vorgegeben | Tarif, Arbeitsvertrag oder betriebliche Regelung nachlesen |
Die Ruhezeit muss im Dienstplan sichtbar bleiben. Eine Verkürzung braucht den vorgesehenen Ausgleich.
Stundengrenze und Untersuchung
Für Nachtarbeitnehmende beträgt die werktägliche Arbeitszeit grundsätzlich höchstens acht Stunden. Bis zu zehn Stunden sind möglich, wenn innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen im Durchschnitt wieder acht Stunden erreicht werden. Die Regelung findest du im Arbeitszeitgesetz als PDF. Prüfe daher auch den Ausgleichszeitraum, nicht nur die Länge einer einzelnen Nacht.
Vor Beginn der Nachtarbeit und danach in Abständen von höchstens drei Jahren sind arbeitsmedizinische Untersuchungen vorgesehen. Kläre, ob der Termin dokumentiert ist und wer dich daran erinnert. Die elfstündige ununterbrochene Ruhezeit ist ebenso Teil der Rechnung. In Pflegeeinrichtungen kann sie um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn der Ausgleich innerhalb eines Monats erfolgt.
Zuschlag in drei Schritten lesen
Das Arbeitszeitgesetz legt keinen festen prozentualen Nachtzuschlag fest. Gibt es keine tarifliche Ausgleichsregelung, muss der Arbeitgeber eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das Bruttoentgelt gewähren. Die Vorgaben dazu beschreibt das Arbeitszeitgesetz. Eine pauschale Prozentpflicht für jede Nachtdienststunde ergibt sich daraus nicht.
Prüfe drei Punkte im Vertrag und auf der Abrechnung:
- Grundgehalt. Sind Eingruppierung und Stufe, etwa nach TVöD oder einem anderen Tarif, schriftlich festgehalten?
- Zuschläge im Monat. Welches Zeitfenster gilt, welcher Satz wird gezahlt, und sind Wochenenden und Feiertage getrennt ausgewiesen?
- Ausgleichstage. Wie viele bezahlte freie Tage gibt es, und wie wird der Anspruch bei Teilzeit berechnet?
Ein Rechenbeispiel, keine Marktzahl: Angenommen, dein Monatsbrutto ohne Zuschläge beträgt 3.400 Euro, die Nachtzuschläge für einen Block ergeben 280 Euro und dazu kommen zwei bezahlte Ausgleichstage. Die Summe von 3.680 Euro allein sagt wenig über den tatsächlichen Wert der Stelle. Zieh Fahrtkosten ab und prüfe, ob die Zuschläge regelmäßig anfallen. Bewerte Ausgleichstage als freie Zeit, nicht als zusätzliches Geld auf dem Konto. Ein höheres Brutto kann weniger attraktiv sein, wenn der Heimweg teuer ist oder das Schlafen nach dem Dienst kaum gelingt.
Zum Einordnen von Grundgehalt und Zulagen kannst du Pflegegehälter für 2026 vergleichen. Die konkrete Regelung für deinen Nachtdienst steht unabhängig davon im Vertrag. Eine Übersicht zu den Schichtzulagen in der Pflege zeigt typische Bestandteile.
Entscheidend ist, ob Zuschläge regelmäßig und nachvollziehbar abgerechnet werden.
Nimm diese Fragen ins Vertragsgespräch:
- Nachtfenster: Ab welcher Uhrzeit gilt der Zuschlag, und welcher Satz wird gezahlt?
- Wochenende und Feiertag: Sind die Zuschläge getrennt ausgewiesen?
- Freie Tage: Wie viele bezahlte Ausgleichstage gibt es im Monat?
- Teilzeit: Wie werden Zuschläge und Ausgleichstage berechnet?
Schichtmodelle und Dienstplanlogik für die Nacht
Erholung lädt wie ein Akku. Kurze, dichte Ladezyklen füllen ihn nicht. Längere Pausen zwischen Nachtblöcken schon.

Vier Muster triffst du immer wieder.
- Blockdienst: Mehrere Nächte am Stück, danach eine längere freie Phase. Der Schlaf kann sich einpendeln, private Termine in der Blockwoche kaum.
- Wechsel aus Spät und Nacht: Die Reihenfolge ist klar, die Uhr verschiebt sich aber jedes Mal um einige Stunden.
- Rotation mit Frühdienst: Nach der Nacht folgt bald wieder ein früher Beginn. Genau hier wird die Ruhe oft zu kurz.
- Teilzeit mit ungleich verteilten Nächten: Weniger Stunden auf dem Papier, aber die Nächte und Wochenenden kleben aneinander.
Zwei Pläne, gleiche Stunden
Sag, beide Pläne haben in sieben Tagen dieselbe Stundensumme.
Plan A: Montag Früh, Dienstag Nacht, Donnerstag Früh, Freitag Nacht, Sonntag Frei. Die Uhr dreht sich ständig. Zwischen Nachtende und dem nächsten Frühdienst bleibt kaum ein voller Schlafblock, der Heimweg frisst noch eine Stunde.
Plan B: Montag bis Mittwoch Nacht, Donnerstag und Freitag frei, Samstag und Sonntag frei oder nur ein geplanter Wochenenddienst im Folgemonat. Dieselbe Stundenzahl, aber der Schlaf sitzt am Blockende, nicht zwischen zwei gegensätzlichen Diensten.
Die BAuA hält fest, dass Teilzeit im Nachtdienst nicht automatisch geringe Belastung bedeutet, weil Nächte und Wochenenden ungleich verteilt sein können. Gute Pläne zeigen Netto-Ruhezeiten, Schichtwechsel, Heimweg, Schlafmöglichkeiten und planbare freie Tage. Die Stundenzahl allein sagt wenig. Wie Arbeitszeit in der Pflege gedacht werden kann, ist unter Arbeitszeit in der Pflege näher beschrieben.
Frag die Pflegedienstleitung konkret.
- Muster: Welche der vier Logiken gilt auf deiner Station?
- Serie: Wie viele Nächte liegen höchstens am Stück?
- Ruhe: Wie lang ist die Pause nach einem Wechsel von Nacht auf Früh?
- Mitgestaltung: Darfst du Wünsche eintragen, und werden sie im nächsten Plan sichtbar?
Gesundheit, Schlaf und Sicherheit im Nachtdienst
Während der biologischen Nacht sinkt die Wachheit. Schlafdefizit und wechselnde Dienste verstärken das. Du wirst nicht unaufmerksam, weil dir der Beruf egal ist. Deine Uhr arbeitet gegen den Dienst.

Was die Klinikstudie zeigt
In einer deutschen Klinikstudie hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 74 weibliche Beschäftigte im Pflegedienst über mehrere Tag- und Nachtschichten untersucht. Nach einer Nachtschicht verlängerte sich die mittlere Reaktionszeit deutlich, und die Zahl der Auslassungsfehler nahm zu. Sicherheitskritisch werden damit Medikamentengabe, Transfers sturzgefährdeter Menschen und die Überwachung instabiler Personen.
Checklisten, eine zweite Kontrolle und eine ruhige Aufgabenverteilung fangen genau diese Lücken ab. Erlaubte Kurzschlafperioden, genug Erholung zwischen den Nächten, kürzere Nachtschichten und passende Beleuchtung nennt die DGUV als organisatorische Gegenmittel. Der Heimweg gehört dazu, weil die Schläfrigkeit nach Dienstende Unfälle begünstigt.
| Maßnahme | Wirkung | Umsetzung |
|---|---|---|
| Schlafraum abdunkeln, Handy ausschalten | Bessere Schlafqualität nach dem Dienst | Verdunkelungsvorhänge, Ohrstöpsel, feste Schlafzeit |
| Erlaubte Kurzschlafpause | Kurzfristig höhere Wachheit | Absprache mit Team und Leitung, Ruheraum |
| Vier-Augen-Prinzip bei Medikamenten | Fehler vor der Gabe abfangen | Zweite Kontrolle bei Gabe und Dosis |
| Heimweg planen | Unfallrisiko nach dem Dienst senken | Fahrgemeinschaft, öffentliche Verkehrsmittel, Pause vor der Fahrt |
| Checkliste für Transfers und Überwachung | Auslassungsfehler reduzieren | Standardisierte Liste am Arbeitsplatz |
Jede Zeile hat einen einfachen Grund. Dunkelheit und ein stummes Handy schützen den Tagschlaf vor dem nächsten Weckreiz. Eine abgesprochene Kurzschlafpause hebt die Wachheit nur, wenn das Team weiß, dass du für zwanzig Minuten nicht die einzige Ansprechperson bist. Die zweite Kontrolle stoppt die Dosis, bevor sie im Becher liegt. Fahrgemeinschaft oder Bahn nehmen dir die Entscheidung ab, müde noch selbst zu lenken. Die Liste am Arbeitsplatz ersetzt das Gedächtnis, das nach 4 Uhr nachlässt.
Konkrete Schlafroutinen für den Alltag sammelt Tipps für die Nachtschicht.
Wann du den Dienst nicht antreten solltest
Bei fieberhafter Erkrankung oder wenn du in den letzten 24 Stunden kaum geschlafen hast, verschiebst oder beendest du den Dienst. Eine zweite Nacht auf einem leeren Akku ist kein Durchhaltebeweis. Sie ist das Setting, in dem Auslassungen passieren. Sag der Leitung früh Bescheid, nicht erst auf dem Flur.
Wie sich Müdigkeit im Dienst anfühlt und was Teams dagegen tun, zeigt dieses Video.
Voraussetzungen und erste Wochen
Du brauchst in der Regel einen abgeschlossenen Abschluss in einem Medizinberuf, etwa als Pflegefachkraft oder MFA. Berufserfahrung ist ein Vorteil, aber nicht in jeder Stelle die Eintrittskarte. Vor der Zusage prüfst du, welche Bereiche nachts überhaupt besetzt werden und ob eine Einarbeitung fest eingeplant ist. Die Dauer dieser Einarbeitung unterscheidet sich je nach Einrichtung und Träger. Ein Satz im Inserat reicht nicht.
Vier Schritte für den Start
Erste Nacht nicht allein. Frag nach einem Einarbeitungsplan mit mindestens einer Nacht an der Seite einer erfahrenen Kollegin. Du lernst die Klingelanlage, die Notfalltasche und die stillen Ecken der Station, die im Handbuch nicht stehen.
Erreichbarkeit klären. Wer ist bei Unsicherheit wach, wie läuft die Rufbereitschaft, und wo liegt die Eskalationsliste? Speichere die Nummern, bevor die erste Nacht beginnt.
Schlaf festlegen, bevor der Block startet. Feste Zeiten, abgedunkelter Raum, Handy aus. Private Termine legst du so, dass sie nicht mitten in den ersten Schlafbedarf fallen. Ein Arzttermin um 10 Uhr nach der dritten Nacht ist ein schlechter Plan.
Nach jeder Nacht eine Zeile notieren. Was hat belastet, wo hast du gezögert, welche Information fehlte. Nach zwei Wochen besprichst du die Notizen mit der Leitung. So wird aus einem Bauchgefühl ein konkretes Gespräch.
Eine gute erste Nacht ist die, in der du weißt, wen du anrufst, nicht die, in der nichts passiert.
Karrierewege nach dem Nachtdienst
Der Nachtdienst kann eine Station sein, nicht die Endstation. Jeder Weg verändert die Schichtlast anders. Manche Wege nehmen dir Nächte, andere behalten sie und ändern nur das Umfeld.
| Weg | Voraussetzung | Auswirkung auf den Nachtdienst |
|---|---|---|
| Fachweiterbildung Intensiv- oder Anästhesiepflege | Examen, Berufserfahrung, Auswahlverfahren | Teils Nachtanteile im Team, oft mit höherer Besetzung |
| Praxisanleitung | Weiterbildung und Erfahrung in der Anleitung | Höherer Tagdienstanteil |
| Stationsleitung oder Pflegemanagement | Leitungsqualifikation und Berufserfahrung | Tagdienst, Rufbereitschaft möglich |
| Palliative-Care-Weiterbildung | Examen und Weiterbildung | Wechselnde Dienste je nach Einrichtung |
| Pflegepädagogik mit Studium | Abschluss und Studium | Lehrtätigkeit überwiegend im Tagdienst |
Was die Schichtlast wirklich verschiebt
Die Fachweiterbildung in Intensiv- oder Anästhesiepflege verlangt Examen, Berufserfahrung und meist ein Auswahlverfahren. Dauer und Förderung hängen vom Bundesland und vom Träger ab. Du bleibst oft im Schichtdienst, arbeitest aber häufiger in einem dichter besetzten Team. Die Nacht wird fachlich enger, nicht unbedingt kürzer.
Praxisanleitung schiebt den Schwerpunkt in den Tag, weil Anleitung und Prüfungen dort stattfinden. Dafür brauchst du die passende Weiterbildung und Lust, andere zu führen, nicht nur selbst zu versorgen.
Stationsleitung und Pflegemanagement lösen die regelmäßige Nacht meist ab. Rufbereitschaft kann bleiben, und die Verantwortung wandert vom Bett in den Plan. Das ist eine andere Müdigkeit, keine automatisch leichtere.
Palliative Care bleibt einrichtungsabhängig. In einem Hospiz mit kleinem Nachtteam trägst du weiter Verantwortung in der Nacht. In einer größeren Abteilung mit Tagschwerpunkt sinkt der Anteil.
Pflegepädagogik mit Studium führt überwiegend in die Lehre am Tag. Der Preis ist Zeit für das Studium neben oder nach dem Examen. Teilzeit und eine Förderung durch den Arbeitgeber sind hier die Hebel, sonst kollidiert das Lernen mit dem nächsten Nachtblock.
Welche Weiterbildung zu dir passt, lässt sich unter Weiterbildungen für Pflegefachkräfte sortieren. Sprich den Weg früh mit der Einrichtung ab und kopple ihn an Dienstplan und Lebenssituation. Ein Kurs, der nur auf dem Papier gefördert wird, ändert deine Nächte nicht.
Nachtdienst passend wählen und den nächsten Schritt gehen
Drei Fragen reichen für die Entscheidung. Passen Netto-Ruhezeiten und die Verteilung der Nächte zu deinem Leben? Sind Zuschläge und Ausgleichstage klar geregelt? Kannst du den Dienstplan mitgestalten?

Leg zwei Angebote nebeneinander und beantworte nur diese drei Punkte. Ein höheres Brutto verliert, wenn die Ruhe zwischen den Nächten bricht oder der Heimweg jede freie Stunde frisst. Ein niedrigeres Brutto kann gewinnen, wenn freie Tage planbar sind und der Zuschlag jeden Monat gleich ausgewiesen wird.
p1medical ist ein moderner Personaldienstleister für Pflege- und medizinische Fachkräfte und beschreibt Stellen so, dass Zuschläge, Erreichbarkeit und Dienstplan im Gespräch konkret werden. Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge zahlen wir zusätzlich zum Grundgehalt. Nach deiner Bewerbung rufen wir innerhalb von 24 Stunden zurück. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Abschluss in einem Medizinberuf. Berufserfahrung ist ein Vorteil, aber nicht immer zwingend.
Notiere deine drei Kriterien, vergleiche zwei Angebote und vereinbare das unverbindliche Erstgespräch. Dort sortieren wir Arbeitsort, Stundenmodell und Fachbereich, bevor ein Einsatz vorgeschlagen wird.
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