Drainage nach OP: Der praxisnahe Guide für die Pflege

Du übernimmst Frühdienst. In der Übergabe fallen viele Punkte gleichzeitig an: Schmerzen, Kreislauf, Medikation, Mobilisation. Und dann liegt da noch die Drainage nach OP. Der Auffangbehälter ist teilweise gefüllt, der Verband an der Austrittsstelle muss beurteilt werden, im Kurvenblatt fehlt vielleicht noch eine saubere Eintragung. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig sichere Routine ist.

Viele neue Pflegefachkräfte kennen die Grundtypen von Drainagen, aber im Alltag fehlen oft klare Entscheidungsregeln. Deutsche Pflege- und Fachquellen benennen zwar häufig, dass Sekretmenge und -farbe „mehrmals täglich“ kontrolliert werden sollen, lassen aber die praktische Risikoabwägung oft offen. Genau diese Lücke sorgt im Stationsalltag für Unsicherheit, wie im Beitrag zu Drainagen richtig versorgen im Pflegealltag beschrieben wird.

Bei p1medical kennen wir diese Realität aus Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Wer pflegerische Qualität sichern will, braucht nicht nur Personal, sondern Fachkräfte mit Handlungssicherheit. Wenn dich interessiert, wie Einrichtungen auf personelle Engpässe reagieren können, findest du dazu einen Überblick bei den Lösungen zum Pflegenotstand.

Einleitung: Die Drainage nach OP als tägliche Herausforderung

Dieser Leitfaden übersetzt Theorie in Stationspraxis. Du bekommst keine bloßen Definitionen, sondern klare Orientierung für Beobachtung, Versorgung, Dokumentation und das rechtzeitige Erkennen von Warnzeichen. Denn bei einer Drainage nach OP entscheidet nicht nur die ärztliche Anordnung, sondern auch deine fortlaufende pflegerische Einschätzung über Sicherheit und Heilungsverlauf.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen Was ist eine Wunddrainage und wann wird sie gebraucht?

Eine Wunddrainage leitet Flüssigkeit aus dem Operationsgebiet ab. Gemeint sind vor allem Blut, seröse Flüssigkeit oder Lymphe, die sich nach einem Eingriff im Wundbett sammeln können. Für die Pflege ist nicht nur wichtig, dass eine Drainage „da ist“, sondern warum sie überhaupt angelegt wurde.

Grundlagen: Was ist eine Wunddrainage und wann wird sie gebraucht?

Warum überhaupt drainiert wird

Bei geschlossenen Systemen sorgt ein Behälter unter Unterdruck für kontinuierlichen Sog. Dieser zieht Blut und seröse Flüssigkeit aus dem Wundbett ab, reduziert den Totraum und verbessert die Adaptation der Gewebeschichten. Damit kann die Drainage Serombildung entgegenwirken und die primäre Wundheilung unterstützen, wie in der Praxisinformation zur Wundversorgung mit Drainagen beschrieben wird.

Für deine Pflegeplanung heißt das: Eine Drainage nach OP ist kein Nebenschauplatz. Sie ist Teil des Wundkonzepts. Wenn die Ableitung funktioniert, der Sog erhalten bleibt und der Schlauch frei liegt, unterstützt das die Heilung. Wenn das System geknickt, verstopft oder undicht ist, verliert es seinen Zweck.

Merksatz aus der Praxis: Eine Drainage ersetzt keine gute Wundbeobachtung. Sie erweitert sie.

Wann Zurückhaltung die bessere Entscheidung ist

Drainagen sollen nicht routinemäßig gelegt werden. Die KRINKO rät dazu, sie nur bei gezielter Indikation und so kurzzeitig wie möglich einzusetzen, weil sie eine Eintrittspforte für Keime sein können. Aseptische Handhabung und frühe Entfernung sind dabei zentrale Maßnahmen des Infektionsschutzes, wie die Übersicht zur Wunddrainage und Infektionsprävention zusammenfasst.

Das hilft dir auch im Gespräch mit neuen Kolleginnen und Kollegen. Nicht jede große OP braucht automatisch eine Drainage. Und wenn eine gelegt wurde, folgt daraus nicht, dass sie „zur Sicherheit“ möglichst lange bleiben sollte. Für den pflegerischen Alltag ist genau diese Haltung wichtig: gezielte Beobachtung statt Gewohnheitsroutine.

Wenn du pflegerische Entscheidungen stärker an anerkannten Standards ausrichten möchtest, lohnt sich auch ein Blick auf die Expertenstandards in der Pflegepraxis.

Die wichtigsten Arten von Drainagen im Überblick

Auf Station werden Drainagen oft nur nach dem Behälter benannt. Für die Versorgung reicht das nicht. Du musst erkennen, ob das System aktiv mit Sog arbeitet oder ob Sekret eher passiv abläuft. Davon hängen Lagerung, Kontrolle und typische Fehlerquellen ab.

Geschlossene Systeme mit Sog

Die Redon-Drainage ist in Deutschland die am häufigsten empfohlene Form, wenn überhaupt eine Wunddrainage indiziert ist. Typisch ist ein geschlossener Auffangbehälter mit Unterdruck. Solche Systeme sind im Alltag meist leichter hygienisch zu führen als offene Varianten, verlangen aber eine konsequente Funktionskontrolle.

Typische Fragen am Bett lauten dann: Ist der Unterdruck noch vorhanden? Ist der Schlauch frei von Knicken? Liegt Zug auf der Austrittsstelle? Ist der Behälter korrekt fixiert und unterhalb des Wundniveaus platziert, falls das hausinterne Vorgehen dies vorsieht?

Offene und halboffene Systeme

Offene oder halboffene Systeme arbeiten nicht primär mit aktivem Sog. Sie nutzen eher Kapillarwirkung oder Schwerkraft. Das macht sie in bestimmten Situationen praktikabel, erhöht aber die Anforderungen an Schutz vor Kontamination und an eine saubere Einschätzung der Ableitung.

Gerade neue Mitarbeitende verwechseln hier häufig die Pflegeziele. Bei einem geschlossenen Sogsystem ist der Erhalt der Systemfunktion zentral. Bei einem offenen System steht die saubere, sichere Ableitung bei möglichst geringer Manipulation im Vordergrund.

Drainage-Typ Funktionsprinzip Typische Indikation Pflegerische Besonderheit
Redon-Drainage Geschlossenes System mit Unterdruck Postoperative Ableitung von Blut und serösem Sekret Sog kontrollieren, Schlauchverlauf prüfen, Manipulation minimieren
Jackson-Pratt-Drainage Geschlossenes System mit aktivem Sog Postoperative Wundableitung bei Bedarf Behälter korrekt aktivieren, Füllstand beobachten, aseptisch entleeren
Robinson-Drainage Passive Ableitung Je nach operativem Einsatzgebiet Lage und freien Ablauf prüfen
Penrose-Drainage Offenes System, passiver Abfluss Ableitung bei bestimmten Wundsituationen Höheres Augenmerk auf Verband, Hautschutz und Kontaminationsvermeidung
Easy-Flow-Drainage Meist passive Ableitung Je nach Fachbereich und OP-Technik Sekretabfluss und Verbandzustand eng beobachten

Bei jeder Drainage gilt: Nicht der Name entscheidet über die Pflegequalität, sondern dein Verständnis des Funktionsprinzips.

Im hektischen Dienst hilft ein einfacher Denkweg. Erstens: aktiv oder passiv? Zweitens: geschlossen oder offen? Drittens: Was wäre bei diesem System heute die wahrscheinlichste Störung?

Die professionelle Versorgung und Überwachung von Drainagen

Frühdienst, Zimmer 12. Die Patientin nach Bauchoperation sagt nur: „Es spannt mehr als vorhin.“ Der Drainagebehälter ist nicht voll, der Verband wirkt auf den ersten Blick unauffällig. Genau in solchen Momenten trennt sich Routine von professioneller Beobachtung. Sichere Drainagenversorgung beginnt mit einem klaren Ablauf am Bett, nicht mit einer schnellen Einzelmaßnahme.

Die professionelle Versorgung und Überwachung von Drainagen

Eine Drainage ist kein „Anhängsel“ der OP, sondern ein Frühwarnsystem mit Ableitungsfunktion. Du beurteilst deshalb immer beides gleichzeitig: den Patienten und das System. Wenn nur auf den Behälter geschaut wird, übersieht man leicht Schmerzen, Zug an der Austrittsstelle oder einen gestörten Ablauf trotz geringer Fördermenge.

Für den Stationsalltag hilft ein fester Blickweg, wie bei einem Sicherheitscheck vor dem Start. Immer in derselben Reihenfolge. Das spart Zeit, senkt Fehler und macht deine Einschätzung für die nächste Schicht nachvollziehbar.

Die erste Kontrolle am Patientenbett

Beginne mit dem, was du ohne Manipulation erfassen kannst.

  • Patientenzustand: Hat der Patient neue Schmerzen, Druckgefühl, Unruhe, Übelkeit oder wirkt er blass und kreislaufbelastet?
  • Austrittsstelle und Verband: Ist der Verband trocken, sauber und haftend? Siehst du Rötung, Schwellung, Leckage oder einen Zug am Schlauch?
  • Schlauchverlauf: Liegt die Drainage frei oder ist sie abgeknickt, verdreht, unter dem Patienten eingeklemmt oder durch Kleidung blockiert?
  • Systemfunktion: Ist ein geschlossenes System dicht? Besteht bei einem Sogsystem der Unterdruck noch? Hängt oder liegt der Behälter korrekt?

Dieser Ablauf wirkt schlicht. In der Hektik der Station verhindert er aber typische Fehler. Neue Mitarbeitende greifen oft zuerst zum Behälter, obwohl die eigentliche Störung am Patientenbett liegt, zum Beispiel ein abgeknickter Schlauch unter dem Oberschenkel oder eine gelockerte Fixierung an der Haut.

Bei liegender Drainage braucht die Austrittsstelle konsequente hygienische Aufmerksamkeit. Der Verband soll schützen, Sekret aufnehmen und die Hautbeobachtung ermöglichen. Jeder unnötige Handgriff erhöht das Risiko für Kontamination oder Funktionsverlust. Deshalb gilt im Alltag: gezielt prüfen, nur begründet manipulieren und jede Veränderung bewusst dokumentieren.

Ein kurzer Praxisimpuls für die Übergabe hilft besonders im Mehrschichtsystem. Wenn Beobachtungen nicht nur als „unauffällig“ weitergegeben werden, sondern als Verlauf, steigt die Sicherheit deutlich. Für strukturierte Übergaben nutzen viele Teams eine Vorlage zur Dienstübergabe in der Pflege als PDF, damit Angaben zu Fördermenge, Sekretbild und Systemfunktion nicht verloren gehen.

Als visuelle Ergänzung für Schulung oder Einarbeitung kann auch dieses Video nützlich sein:

Dokumentation die wirklich weiterhilft

Eine gute Drainagedokumentation muss der nächsten Pflegefachkraft ein klares Bild geben. Sie soll den Verlauf erfassen, nicht nur einzelne Zahlen sammeln.

Dokumentiere deshalb so, dass drei Fragen sofort beantwortet werden können: Was wurde gefördert? Wie sah das Sekret aus? Funktioniert das System unverändert?

Diese Angaben gehören hinein:

  1. Fördermenge
    Trage die gemessene oder entleerte Menge nachvollziehbar ein. Der Verlauf über Stunden ist oft aussagekräftiger als ein Einzelwert.

  2. Sekretbeschaffenheit
    Beschreibe Farbe und Konsistenz knapp und eindeutig, zum Beispiel serös, serös-blutig, frisch blutig, trüb oder zäh.

  3. Systemstatus
    Halte fest, ob Sog vorhanden ist, der Verband trocken bleibt und der Schlauch frei verläuft.

  4. Pflegemaßnahmen und Rückmeldungen
    Korrigierter Schlauchverlauf, Verbandwechsel, ärztliche Information oder Beobachtungsauftrag gehören in die Dokumentation.

Unklare Formulierungen helfen niemandem. „Wenig gefördert“ ist im Verlauf kaum verwertbar. „20 ml serös-blutig seit 6 Uhr, Sog vorhanden, Verband trocken, keine Leckage“ ist klinisch brauchbar.

Verbandswechsel und Patientenanleitung

Beim Verbandswechsel gilt: vorbereitet, aseptisch, ruhig. Alles Material liegt vor Beginn bereit. So vermeidest du Unterbrechungen, unnötige Bewegungen und zusätzliche Kontaktsituationen an der Austrittsstelle.

No-touch-Technik ist dabei kein Theoriebegriff, sondern gelebter Infektionsschutz. Bereiche, die steril bleiben müssen, werden nicht mit unsterilen Handschuhen oder Materialien berührt. Vor und nach jeder Maßnahme gehört die Händehygiene dazu. Das Institut für Hygiene und Umwelt beschreibt für die Versorgung drainierter Wunden die hygienischen Grundsätze und den sachgerechten Verbandwechsel in seinem Merkblatt zur Versorgung drainierter Wunden.

Achte beim Verbandswechsel besonders auf diese Punkte:

  • Hautzustand: Rötung, Mazeration, Druckstellen oder Sekretspuren erkennen
  • Fixierung: Die Drainage so sichern, dass bei Mobilisation kein Zug entsteht
  • Verbandfunktion: Schutz der Austrittsstelle und gleichzeitig gute Beobachtungsmöglichkeit
  • Patientenkomfort: Schmerzen ansprechen, Lagerung anpassen, Bewegungen ankündigen

Auch die Anleitung des Patienten gehört zur professionellen Versorgung. Er muss wissen, was er selbst vermeiden und was er sofort melden soll. Sage klar: nicht am Schlauch ziehen, den Behälter bei Mobilisation sicher mitführen, auf Spannung achten und neue Schmerzen, Nässe oder ein Verrutschen direkt mitteilen.

So wird aus Technik gute Pflegepraxis. Und genau das ist auf Station der Unterschied zwischen „Drainage versorgt“ und sicherer postoperativer Überwachung.

Alarmzeichen und Komplikationen bei einer Drainage nach OP

Komplikationen entstehen oft nicht plötzlich aus dem Nichts. Sie kündigen sich an. Das Problem ist eher, dass frühe Zeichen im Alltag leicht als „noch normal postoperativ“ abgetan werden. Genau hier braucht es einen wachen Blick.

Alarmzeichen und Komplikationen bei einer Drainage nach OP

Eine deutschsprachige Auswertung zeigte bei Eingriffen mit Drainage eine Komplikationsrate von 15,5 % (25/161) gegenüber 9,7 % (15/155) ohne Drainage. Zudem wurde in 75 % (33/44) der untersuchten Fälle eine makroskopisch sichtbare Okklusion des Redon-Katheters durch ein Koagel beschrieben. Auch Schwellungen wurden unter Wunddrainage häufiger beobachtet, nämlich 6,2 % gegenüber 1,9 %. Diese Daten findest du in der Auswertung zu Indikationen, Komplikationen und Wertigkeit von Drainagen.

Woran du normale Verläufe von Risiken unterscheidest

Nicht jede Veränderung ist automatisch ein Notfall. Entscheidend ist die Kombination aus Lokalbefund, Förderverhalten und Allgemeinzustand.

Achte besonders auf diese Warnsignale:

  • Eintrittsstelle verändert sich deutlich: zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen oder nässender Verband
  • Sekret wirkt auffällig: plötzlich stark blutig, trüb, eitrig oder übel riechend
  • Förderverhalten kippt: unerwarteter Förderstopp oder im Verhältnis zum Verlauf auffällig viel Sekret
  • System zeigt Leckage: lockere Verbindungen, fehlender Sog, Luft im System bei eigentlich geschlossenem Ablauf
  • Patient verschlechtert sich: Fieber, Schüttelfrost, Unruhe, zunehmende Schmerzen

Wenn Befund und Verlauf nicht zusammenpassen, ist das kein Beobachtungsauftrag für später, sondern eine Rückfrage für jetzt.

Was bei Förderstopp oder Verdacht auf Okklusion zählt

Ein Förderstopp ist ein klassischer Unsicherheitsmoment. Viele denken zuerst an „gut, dann braucht die Drainage vielleicht nichts mehr abzuleiten“. Das kann stimmen. Es kann aber auch eine Verstopfung, ein abgeknickter Schlauch oder ein Unterdruckverlust sein.

Gehe strukturiert vor:

  1. Schlauchverlauf kontrollieren
    Liegt ein Knick vor, sitzt der Patient auf dem Schlauch, zieht der Verband ungünstig?

  2. Behälter und Verbindungen prüfen
    Ist das System dicht, verschlossen und bei Sogsystemen funktionstüchtig?

  3. Austrittsstelle und Wundumgebung ansehen
    Bei Förderstopp plus zunehmender Schwellung oder Schmerzen musst du an Sekretstau denken.

  4. Nicht unkritisch manipulieren
    Hausstandards beachten. Nicht jede Drainage darf aktiv „freigemolken“ oder gespült werden.

  5. Ärztlich rückmelden, wenn der Befund nicht plausibel ist
    Besonders dann, wenn Allgemeinzustand, lokale Spannung oder Sekretcharakter auffällig sind.

In der Praxis schützt dich ein einfacher Grundsatz: Erst die mechanischen Ursachen ausschließen, dann den Patienten als Ganzes beurteilen.

Der richtige Zeitpunkt zur Entfernung der Drainage

Die Frage nach der Entfernung kommt fast in jeder Schicht. Patienten möchten wissen, wann die Drainage nach OP endlich raus kann. Neue Kolleginnen und Kollegen wünschen sich oft einen festen Grenzwert. Den gibt es so pauschal nicht. Die Entscheidung ist immer klinisch.

In einer prospektiven klinischen Studie der RWTH Aachen wurden postoperative Abdominaldrainagen im Mittel nach 7,5 Tagen entfernt. Während ihrer Liegedauer förderten sie durchschnittlich 497 ml Sekret. In derselben Untersuchung lag die mittlere Aufenthaltsdauer in der Drainagegruppe bei 14,25 Tagen und damit 0,6 Tage über der Nicht-Drainagegruppe. Diese praxisnahen Daten findest du in der klinischen Studie der RWTH Aachen zu Abdominaldrainagen.

Welche Kriterien im Alltag wirklich zählen

Die Entfernung richtet sich nicht nur nach dem Kalender, sondern nach der Frage, ob die Drainage ihren Zweck noch erfüllt. Dafür werden mehrere Beobachtungen zusammengeführt:

  • Verlauf der Fördermenge: Nimmt die Sekretmenge im Trend ab?
  • Beschaffenheit des Sekrets: Wirkt der Verlauf plausibel oder sprechen Farbe und Konsistenz gegen eine Entfernung?
  • Lokalbefund: Gibt es Zeichen von Stau, Leckage, Schwellung oder Entzündung?
  • Operativer Kontext: Welche OP wurde durchgeführt und welches Ziel hatte die Drainage ursprünglich?

Für die Pflege heißt das: Deine Dokumentation beeinflusst die Entscheidung direkt. Wenn Einträge ungenau sind, fehlt dem Behandlungsteam die Grundlage für eine sichere Beurteilung.

Wer wissen möchte, welche Risiken eine verfrühte Entfernung haben kann, findet dazu weiterführende Hinweise bei Drainage nach OP zu früh entfernt.

So läuft die Entfernung sicher ab

Die Entfernung selbst ist meist kurz, muss aber gut vorbereitet sein. Wichtig sind die ärztliche Anordnung, Patientenaufklärung, geeignetes Material und eine ruhige Durchführung.

Im Alltag bewährt sich diese Reihenfolge:

  1. Identität, Anordnung und Material prüfen
  2. Patient informieren und passend lagern
  3. Verband lösen und Austrittsstelle beurteilen
  4. Drainage nach hausinterner Vorgabe entfernen
  5. Austrittsstelle versorgen und Nachbeobachtung sichern

Beobachte danach gezielt, ob Sekret nachläuft, die Wundumgebung sich spannt oder der Patient neue Schmerzen entwickelt. Die Entfernung ist nicht der Abschluss der Beobachtung, sondern der Beginn einer neuen Phase.

Fazit Dein Wissen als Schlüssel zur Patientensicherheit

Die Versorgung einer Drainage nach OP ist kein kleiner technischer Handgriff. Sie verlangt klinisches Denken, saubere Hygiene, gute Dokumentation und die Fähigkeit, Abweichungen früh zu erkennen. Genau deshalb sind Pflegefachkräfte an dieser Stelle unverzichtbar.

Im Stationsalltag hilft dir kein abstraktes Lehrbuchwissen, wenn der Verband plötzlich feucht ist, der Sog fraglich wirkt oder der Patient Schmerzen an der Austrittsstelle meldet. Dann zählt, dass du Prioritäten setzen kannst, Risiken erkennst und angemessen handelst.

Ebenso wichtig ist deine eigene Belastungssteuerung. Wer dauerhaft unter Druck arbeitet, übersieht leichter Details. Für Regeneration im anspruchsvollen Berufsalltag können deshalb auch gut kuratierte Wellness resources for high performers sinnvoll sein, gerade wenn du zwischen Schichtdienst, Verantwortung und Fortbildung Ausgleich schaffen willst.

Wenn du dein Fachwissen weiter ausbauen möchtest, findest du mit den Online-Fortbildungen für Pflegekräfte eine Möglichkeit, pflegerische Sicherheit gezielt zu vertiefen. Personal 1 Personalservice GmbH arbeitet als Personaldienstleister für Pflege- und medizinische Fachkräfte mit Kliniken und Einrichtungen in Deutschland zusammen und ist damit eine sachliche Anlaufstelle für Fachkräfte, die ihre Kompetenz in einem planbaren beruflichen Rahmen einsetzen möchten.

Deine Aufmerksamkeit schützt Patienten. Deine Fachlichkeit macht postoperative Versorgung sicher. Und genau diese Kompetenz verdient Bedingungen, unter denen du sie verlässlich einsetzen kannst.


Wenn du als Pflegefachkraft, OTA oder medizinische Fachkraft einen Arbeitgeber suchst, der deine klinische Kompetenz ernst nimmt, lohnt sich ein unverbindlicher Blick auf Personal 1 Personalservice GmbH. Dort kannst du dich über Einsatzmöglichkeiten, Fortbildungen und planbare Arbeitsmodelle informieren oder direkt das Gespräch für deinen nächsten beruflichen Schritt anfragen.

Weitere Beiträge

Ethische prinzipien pflege

Du kennst diese Schicht vielleicht nur zu gut. Eine Patientin lehnt eine wichtige Maßnahme ab. Der Sohn steht daneben und fordert, dass „jetzt endlich etwas

Weiterlesen